Neue iPad-App: Beichten beim iGott

Mittlerweile gibt es die als Apps bekannten Mini-Programme für iPhone, iPad und Co. für so ziemlich alle Lebenslagen. Die Programmierer von Little iApps haben nun eine Beicht-App auf den Markt gebracht, sie sogar den offiziellen Segen der römisch-katholischen Kirche der USA bekommen hat. “Confession: A Roman Catholic App” wirkt allerdings teilweise unfreiwillig komisch und erschreckend reaktionär. Die App propagiert eine überkommene Sexualmoral.

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Ziel der App soll es erklärtermaßen sein, Leute, die schon lange nicht mehr gebeichtet haben, zum Sakrament der Beichte wieder zurückzuführen. Beziehungsweise die App soll für eilige Erz-Katholiken on the go auch die Möglichkeit einer Art iBeichte für unterwegs bieten. Dabei geht die App folgendermaßen vor: Man muss ein Passwort-geschütztes Profil anlegen. Anschließend kann man in einem “Examination” genannten Bereich seine sündige seelische Verfassung prüfen. Dies geschieht anhand von einem Fragenkatalog, der an den Zehn Geboten entlang formuliert wurde.

Anschließend kann man anhand der vorher beantworteten Fragen seine “Sünden” mittels Häkchen markieren. Was folgt, ist ein Gebet, das man nachsprechen soll und – zack – Absolution ist erteilt. Unfreiwillig komisch wirkt die App vor allem, weil die Sprache der Kirche mit neumodischen App-Begriffen und – Funktionalitäten vermengt wird. So kann man “Custom Sins” – also personalisierte Sünden – erstellen, für die man via App seine iBuße tun möchte.

Weitaus bedenklicher und gar nicht mehr zum Lachen sind aber die Texte im “Examination”-Teil der App. Da wird zum Beispiel gefragt, ob man “künstliche Verhütungsmittel in der Ehe benutzt hat und sich nicht offen gezeigt hat für die Empfängnis neuen Lebens”. Oder ob man sich “der Masturbation schuldig” gemacht habe. Oder ob man sich ”irgendeiner homosexuellen Aktivität schuldig gemacht” habe. Weiter wird gefragt, ob man sich auch “bescheiden kleide”, ob man “unreinen Gedanken” nachhänge, ob man jemanden “zur Abtreibung ermutigt” habe usw. Die Fragebögen der Confession-App sind ein Füllhorn an überkommener, ultra-konservativer Sexualmoral. Das Schlimme daran ist, dass diese Texte unter Mitarbeit der amerikanischen Bischofskonferenz entstanden sind und die App von einem US-Bischof sogar offiziell abgesegnet wurde.

Viele modern eingestellte Christen dürften sich mit den teilweise erschreckend reaktionären Formulierungen dieser Beicht-App kaum identifizieren können.

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