Bing soll Google-Suchergebnisse kopieren

Was hat "mbzrxpgjys" mit einem Suchmaschinenkrimi zu tun? Diese sinnlose Buchstabenfolge hat Google nach eigenen Angaben als Falle genutzt, um zu beweisen, dass der Microsoft-Konkurrent Bing seine Suchergebnisse kopiere. Hintergrund ist, dass sich die Treffer bei Suchabfragen verdächtig ähnelten, berichtet SpOn. Um seine eigenen Ergebnisse zu verbessern, so der Vorwurf, soll Bing auch auf Google-Treffer zurückgreifen. Dieses Geschäft wollen sich die Kalifornier aber nicht kaputt machen lassen.

Anzeige

Google fiel vergangenen Oktober auf, dass es auf einmal eine höhere Überschneidung zwischen den beiden Suchmaschinen gab. Die zehn Top-Treffer und das passendste Ergebnis, das an oberster Stelle steht, seien nahezu identisch gewesen. Von da an habe Google Verdacht geschöpft, berichtet Spiegel Online in Berufung auf den Suchmaschinenexperten und Betreiber von Searchengineland.com, Danny Sullivan.
Google schmuggelte dann sinnlose Buchstabenketten wie "mbzrxpgjys" oder "hiybbprqag" in seine Suchergebnisse. Ziel der Aktion war es, Bing dabei zu überführen, wie es ebenfalls Treffer für diese Abfragen ausspuckte. Würde Microsofts Suchmaschine die gleichen Ergebnisse ausgeben wie Google, wäre klar, dass auf irgendeine Weise eine Verbindung zwischen ihnen besteht.
Das kalifornische Unternehmen beauftragte seine Mitarbeiter daraufhin, Suchanfragen bei Bing zu den Buchstabenketten zu stellen. Sullivans Bericht zufolge dauerte es zwei Wochen – vom 17. bis 31. Dezember – bis Bing für "mbzrxpgjys" oder "hiybbprqag" die gleichen Ergebnisse wie Google anzeigte. Dabei handelt es sich offenbar um einen automatisierten Vorgang, denn einige Tage später verschwanden die Treffer wieder. Sie wurden vermutlich manuell entfernt.
Google betrachte das als Trickserei, sagte Amit Singhal, der bei Google den Suchmaschinen-Algorithmus beaufsichtigt, gegenüber Searchengineland.com. Bing-Chef Stefan Weitz ging zum Gegenangriff über und sagte, dass die Suchmaschine auf verschiedenste Informationen zurückgreife und das "Google-Experiment" wirke wie ein Hack, um diese Signale zu manipulieren.
Google hat trotz der Bing-Konkurrenz noch immer den mit Abstand größten Marktanteil im Suchmaschinengeschäft. Den Großteil seiner Milliardengewinne bringen dem Konzern immer noch die Anzeigen, die im Umfeld der Suchergebnisse eingeblendet werden.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige