Werbesumpf: Basic kritisiert Blog-Käufer

Der Schleichwerbesumpf in der Blogosphäre hat für viel Aufsehen gesorgt. Jetzt kritisiert Top-Blogger Robert Basic, der das Basic-Thinking-Blog im Januar 2009 an Onlinekosten.de für 46.902 Euro verkauft hat, das Vorgehen heftig. Über die Firma und dessen Chef sagt er: "Christoph Bergers Verhalten ist geschäftsschädigend für Blogger, droht lang andauernde Wirkungen zu entfalten. Dass auch noch mein Ex-Blog als Türöffner benutzt wurde, ist beschämend." Er fordert eine öffentliche Entschuldigung.

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Über das Basic-Thinking-Blog hat die Firma Onlinekosten.de rund hundert Blogger angeschrieben und Verträge über bezahlte Links auf die Webseiten von großen Unternehmen abgeschlossen. Die Links sollten in redaktionellen Beiträgen erscheinen und durften nicht als Werbung deklariert werden. Enthüllt hat das Sascha Pallenberg, der Betreiber von Netbooknews.de. Dass Berger dieses Vorgehen offenbar völlig normal findet, hält Basic für sehr bedenklich: "Entweder scheint er (Berger, Anm. d. Red.) zu lange ins Geld-Glas geschaut zu haben oder er ist sich tatsächlich nicht bewusst, wie bescheuert das im Grunde genommen ist. Werbung ist als solche zu kennzeichnen. Punkt."
Weiter schreibt Basic, dass sich das Außenbild von Blogs in den vergangenen Jahren verändert habe, etwas positiver geworden sei. Blogger hätten bewusst und unbewusst dazu beigetragen, dass ihr Medium mehr wert geschätzt werde. "Akzeptanz zu erreichen, ist ein mühsames und dauerhaftes Bestreben." Doch Blogger, die dem alten Konsens, Werbung und Inhalte zu trennen, nicht einhielten, ramponierten das Image der gesamten Szene. "Sie schädigen vor allen Dingen die lange und mühsame Arbeit sauber vorgehender Blogger. Christoph Berger und die Firma, für die er arbeitet, schädigen Blogger."
Das ist ein hartes Urteil gegen das Unternehmen, das das Basic-Thinking-Blog im Januar 2009 gekauft hat. Der frühere Besitzer fordert nun von Onlinekosten.de:

  1. "eine Erklärung, dass Ihr das geschäftsschädigende Verhalten abstellt

  2. die Benennung der Verantwortlichen, da Du, Christoph Berger, nicht alleine entscheiden durftest

  3. eine öffentliche Entschuldigung

  4. und eine Erklärung, warum vertraglich bestimmt – entgegen gesetzlicher Bestimmungen – Dokumente des Geschäftsverkehrs vernichtet werden sollten"

Basic schließt seinen Beitrag mit den Worten: "Ich distanziere mich ausdrücklich von dieser Art des Geschäfts, Werbung nicht offen zu deklarieren. Und es tut mir leid, Basic Thinking an Euch verkauft zu haben."
Was Basic mit keinem Wort erwähnt, ist, dass er künftig als freier Autor für Sascha Pallenberg arbeiten wird. Pallenberg hält Spiegel Online zufolge die Domain Techlounge.de und will einen deutschen Techcrunch-Klon starten, den manche auch als Basic-Thinking-Konkurrenten ansehen. Er widerspricht jedoch, dass eine direkte Konkurrenz zwischen beiden Projekten bestehe.

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