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Amazon: Gute Geschäfte, schlechte Kurse

Gut ist an der Wall Street nicht zwangsläufig gut genug. Diese Erfahrung muss der Online-Einzelhändler Amazon bei Vorlage von Quartalszahlen zum wiederholten Male machen. Um in der Spitze zehn Prozent brach die Amazon-Aktie nach Handelsschluss an der Wall Street ein. Zwar boomen die Geschäfte weiter – die Umsätze zogen um 36 Prozent auf 12,95 Milliarden Dollar an –, doch Analysten hatten mehr erwartet. Der Gewinn steigt gerade mal um magere 8 Prozent.

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Gut ist an der Wall Street nicht zwangsläufig gut genug. Diese Erfahrung muss der Online-Einzelhändler Amazon bei Vorlage von Quartalszahlen zum wiederholten Male machen. Um in der Spitze zehn Prozent brach die Amazon-Aktie nach Handelsschluss an der Wall Street ein. Zwar boomen die Geschäfte weiter – die Umsätze zogen um 36 Prozent auf 12,95 Milliarden Dollar an –, doch Analysten hatten mehr erwartet. Der Gewinn steigt gerade mal um magere 8 Prozent.

Man darf sich Jeff Bezos als einen glücklichen Mann vorstellen. Zehn Jahre ist es her, als die Amazon-Aktie in einem schier endlosen Abwärtsstrudel unter die 10 Dollar-Marke gedrückt wurde. Notorisch defizitär arbeitete der Online-Einzelhändler, die ersten Wetten auf eine Pleite liefen.
Eine Dekade später ist Amazon nach Google die Nummer zwei im Internet und wird mit unglaublichen 85 Milliarden Dollar bewertet. Wenn es einen Internet-Darling an der Wall Street gibt, dann ist es Amazon: Die Aktie wird mit einem aberwitzigen Kurs-Gewinn-Verhältnis von 50 gehandelt.

Umsatz verfehlt die Erwartungen

Dieser Bewertung blieb Amazon nach Handelsschluss indes einiges schuldig. Um immerhin 36 Prozent steigerte der weltgrößte Online-Einzelhändler im Schlussquartal den Umsatz auf 12,95 Milliarden Dollar. Analysten hatten jedoch mit Erlösen von mehr als 13 Milliarden Dollar gerechnet.

Beim Nettogewinn konnte Amazon die Analystenerwartungen leicht schlagen: Statt der prognostizierten 88 Cent je Anteilsschein verdiente der Online-Einzelhändler 91 Cent je Aktie. Das entsprach einem Nettogewinn von 416 Millionen Dollar nach 384 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum – eine Steigerung von nur 8 Prozent also.
Erstmals mehr Kindle-Downloads als Taschenbuch-Verkäufe auf Amazon.com

Für ein Wachstumswert mit einer dermaßen luftigen Bewertung ist das natürlich viel zu wenig. Jeff Bezos bemühte sich unterdessen, die Unternehmenserfolge herauszustellen: Erstmals mehr als 10 Milliarden Dollar in einem Quartal Umsatz,  erstmals mehr Buch-Downlods via Kindle als Verkäufe von Taschenbüchern auf Amazon.com.

Wie viele E-Book-Reader der dritten Generation Amazon tatsächlich verkaufte, blieb weiter das Geheimnis des notorisch positiv gestimmten Amazon-Gründers. Der Wall Street verging unterdessen die gute Laune: Anleger zogen die Reißleine und verkauften die Aktie. In einem Kursrutsch brach das Papier in der Spitze um 10 Prozent auf 166 Dollar ein.

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