Dschungel-Peer: vom Weichei zum Web-Hero

Wenn es nach Twitter- und Facebook-Nutzern geht, steht der neue Dschungelkönig von “Ich bin ein Star - holt mich hier raus!” schon fest: Peer Kusmagk. Trotz oder gerade wegen seiner Heul-Attacken und seiner kleinen Macken kommt der passionierte Hut-Träger gerade beim Web-Volk gut an. Ganz im Gegensatz zum Fake-Pärchen Jay und Indira, die bei eingeschalteten RTL-Mikros vor laufenden Kameras ihre plumpen Intrigen spinnen. Alles läuft auf ein Finale zwischen "Jaydira" und Peer hinaus.

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Liest man Twitter- und Facebook-Kommentare, dann ist Dschungel-Kandidat Jay Kahn der neue böse Bube dieser Staffel. “Charakterschwein”, “arrogantes, manipulatives A.-Loch”, “wann fliegt der endlich” usw. heißt es in einem fort. Sein Plan, im Dschungel sein schwules Image loszuwerden hat auch nicht ganz funktioniert. Der häufigste Spitzname, der ihm verpasst wird, lautet “Gay-Jay”. Wohl auch wegen eines Versprechers, bei dem er sich selbst versehentlich als “Gay, äh Jay” bezeichnet hat. RTL hat die Szene natürlich in mehrfacher Wiederholung gesendet, damit es auch ja jeder mitbekommt.

Genauso wird nun die Inszenierung von Indiras und Jays Dschungel-Liebe von RTL gnadenlos vorgeführt. Als die beiden im Dschungel-Tümpel rumknutschten, suchte Jay die Gegend immer wieder mit hektischem Blick nach Kameras ab. Jedesmal, wenn er dies tat, fror RTL das Bild ein. So entstand der Eindruck vom in erster Linie in sich selbst verliebten Ego-Jay. RTL hat wahrscheinlich noch mehr kompromittierendes Filmmaterial über die beiden in der Hinterhand. Als Indira, von versteckter Nachtsichtkamera hinter Büschen gefilmt, flüsternd gestand, dass sie hier etwas tut, das nicht ihren Gefühlen entspricht, blendeten die Regie-Sadisten von RTL aus und der Schriftzug “Fortsetzung folgt” erschien. Die Dschungel-Intrige, die die beiden selbsternannten Medienprofis Jay und Indira da aufführen, ist einfach zu guter Quotenstoff, als das man ihn in einer einzigen Folge verbraten könnte.

Nutznießer der Jaydira-Schmierenkomödie ist Peer. Er hat nach dem Auszug von Sarah Knappik die Rolle des Sündenbocks und traurigen Clowns übernommen. Bei Twitter heißt er auch “der Rain Man des Dschungel”. , dass ihm die Sympathien des Publikums zufliegen. Ganz Twitter ist voll von “wählt Peer zum Dschungelkönig aufrufen”. Meist gelesenes Argument: Er sei noch der “normalste unter den Irren”. Wahrscheinlich ist es eine ganz nachvollziehbare Reaktion, dass sich die Sympathien des Publikums dem vermeintlichen Loser zuwenden. Auch dies wird von der RTL-Regie nach Kräften mit einer geschickten Bild-Auswahl unterstützt. Man sieht Peer wie er weint. Man sieht Peer wie er traurig vor sich hin singt und mit sich und der Welt hadert: “Ich habe doch nichts Böses getan.” Und dann bastelt er auch noch eine kleine Liebeserklärung an seine Freundin Bella an einen Baum im Camp, während Indira und Jay tuschelnd Gift und Galle gegen ihn verspritzen.

Bei Facebook wurde prompt die Gruppe “Peer Kusmagk for Dschungelkönig 2011” gegründet. Die Gruppe “Boykott gegen Jay Kahn – er muss raus aus dem Camp” gibt es schon länger. Keine Frage: Peer ist derzeit der Top-Favorit für die Dschungelkrone. Mit der Heulsusen-Masche hat es schließlich auch schon Ross Anthony auf den Thron geschafft. Und das Finale wird vermutlich lauten: Jaydira vs. Peer. Trash-TV-Fans reiben sich schon jetzt die Hände vor Vorfreude.

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