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Preis-Experimente bei The Daily möglich

Medien-Gipfeltreffen beim DLD: Bild-Boss Kai Diekmann befragte James Murdoch, CEO der News Corp. für Europa und Asien. Diekmann hakte im Galopptempo alle Baustellen der Medienlandschaft ab. Viel Neues gab es dabei freilich nicht zu hören. News Corps neue iPad-Zeitung The Daily werde in den nächsten Wochen auf den Markt kommen, verriet Murdoch. Details waren ihm keine zu entlocken. Die Leute würden überrascht sein von der "journalistischen Tiefe und Qualität des Produkts", sagte er.

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h Auf den geringen Preis von 99 Cent pro Woche angesprochen, antwortete Murdoch jr., dass es zunächst darum gehe, eine möglichst niedrige Barriere zu haben, damit sich viele Leute ein Bild von The Daily machen können. Das Produkt ziele in erster Linie aus den US-Markt. Ansonsten gelte es, bei Pricing-Modellen zu experimentieren. Künftig könne er sich auch Bundles oder Premium-Pakete in Bezug auf The Daily vorstellen. Konkreter wurde es zu dem mit Spannung erwarteten neuen Produkt nicht. Ob Murdochs englische Boulevardzeitung wie die Times auch hinter einer Paywall verschwindet – auch da wollte sich Murdoch nicht festlegen. "Ich könnte Dich das gleiche zu Bild fragen", entgegnete er Diekmann.

70 Prozent der Umsätze von News Corp. stammen aus dem digitalen Pay-TV-Geschäft, sagte Murdoch, klassische Zeitungen würden noch rund 15 Prozent zum Umsatz beisteuern. Für das Sorgenkind Sky Deutschland zeigte sich Murdoch optimistisch. Das vergangene Quartal sei sehr gut gelaufen, Sky habe in Deutschland erstmals Geld verdient. Er sei überzeugt davon, dass es neben dem öffentlichen Fernsehen und den beiden großen Privat-TV-Konzernen einen Platz in Deutschland für ein digitales Pay-TV-Angebot gebe, meinte Murdoch und sang ein Hohelied auf die Kundenzufriedenheit. Mancher Hotline-geplagte Sky-Kunde wird es mit Interesse hören.

Also alles superduper in der Murdoch-Welt – jedenfalls nach den Worten vom selbst erklärten Enthusiasten James Murdoch. Diese Zeit sei die beste, um in der Medienindustrie zu arbeiten, sagte er. Da liegt er ganz auf einer Linie mit dem Chef seines Interviewers, Axel-Springer-Boss Mathias Döpfner. Und nicht nur damit: Auch Murdoch forderte, dass Verlage den Wert des Copyrights von Inhalten stärker vertreten sollten – gerade auch gegenüber Firmen wie Google. Auch hier ist Springer ganz gewiss fest an der Seite der Murdochs. They call it "Leistungsschutz".

Überraschendste Erkenntnis des Interviews: Kai Diekmann spielt das iPhone-Spiel Doodlejump angeblich auch auf dem iPad.

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