Stephanie zu Guttenbergs souveräner DLD-Auftritt

Da hat der deutsche Datenschutz Stephanie zu Guttenberg auf Burdas DLD-Kongress (Digital Life Design) einen Strich durch die Rechnung gemacht. Eigentlich wollte die Gattin des Verteidigungsministers vor dem DLD-Publikum live demonstrieren, wie schnell Täter in Online-Chats Minderjährige sexuell belästigen. Aus Datenschutzgründen sei diese Demonstration aber nicht möglich gewesen, erklärten sie und Verleger-Gattin Maria Furtwängler. So […]

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Da hat der deutsche Datenschutz Stephanie zu Guttenberg auf Burdas DLD-Kongress (Digital Life Design) einen Strich durch die Rechnung gemacht. Eigentlich wollte die Gattin des Verteidigungsministers vor dem DLD-Publikum live demonstrieren, wie schnell Täter in Online-Chats Minderjährige sexuell belästigen. Aus Datenschutzgründen sei diese Demonstration aber nicht möglich gewesen, erklärten sie und Verleger-Gattin Maria Furtwängler. So wurde lediglich eine Abschrift eines Chat-Protokolls mit veränderten Online-Namen gezeigt.
Aber auch so war der erst am Morgen der Veranstaltung zwischen 10.30 Uhr und 12 Uhr geführte Chat-Dialog eine eindrucksvolle Demonstration der dunklen Seite des Webs. Der angeblich 44-jährige Immobilien-Makler mit dem (geänderten) Online-Namen xxxmuc44 machte sich sehr schnell und direkt an die vermeintlich 13-jährige juliamünchen heran. Der ältere Mann fragte unverblümt nach Sex und berichtete explizit von früheren sexuellen Chat-Erfahrungen.

Stephanie zu Guttenberg zeigte auch eindeutige, pornographische Bilder von Männer, die diese im Rahmen der Recherchen zur umstrittenen RTL-II-Sendung "Tatort Internet" an vermeintlich minderjährige Kinder gesendet haben. Es waren trotz einer eher dezenten Verpixelung deutlich erkennbare Fotos von Geschlechtsteilen,

Es habe nur fünf Minuten gedauert, bis acht Männer die vermeintlich 13-jährige juliamünchen im Chat ansprachen und sexuell belästigten. Laut Stephanie zu Guttenberg ist dies eine Form von Missbrauch, der online stattfindet und den sie mit dem Verein Innocence in Danger, dessen Präsidentin sie ist, bekämpfen will.

Stephanie zu Guttenberg musste viel Kritik für ihr Engagement bei der RTL-II-Sendung "Tatort Internet" und einstecken. Ihre Präsentation beim DLD war indes souverän und überzeugend. Maria Furtwängler konnte sich nach dem Auftritt einen Seitenhieb auf die FDP nicht verkneifen, die "in Deutschland jede Form der Datenspeicherung" blockiert.

Zum Thema Kindesmissbrauch informierte außerdem die Aktivistin Somaly Mam. Somaly Mam wurde als kleines Kind in Kambodscha zur Prostitution gezwungen und über viele Jahre missbraucht. Mittlerweile trägt eine Stiftung gegen Kindesmissbrauch ihren Namen und sie hat auch ein Buch über ihre Erfahrungen geschrieben ("Das Schweigen der Unschuld"). Ralf Mutschke vom Bundeskriminalamt versorgte das DLD-Publikum zusätzlich mit Zahlenmaterial zum Thema Menschenhandel und Kindesmissbrauch. Es zeichnet den DLD aus, dass auch solche Themen, abseits von Online-Werbung, Content-Strategien und dem neusten Technik-Spielzeug auf dem Kongress ihren Raum finden.

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