Anzeige

Tarifstreit: DJV bereitet sich auf Streiks vor

Die große Tarifkommission des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV) schließt angesichts der ungeklärten Tarifsituation von Zeitungs- und Zeitschriftenredakteuren Streiks nicht aus. "Der DJV will und kann nicht zusehen, wie der Journalistenberuf auf Dauer degradiert wird. Deshalb gab das Gremium grünes Licht für die Vorbereitung von Arbeitskampfmaßnahmen", teilte der Verband mit. Details zu den Arbeitsniederlegungen gebe es allerdings noch nicht. Auch ver.di wird sich voraussichtlich beteiligen.

Anzeige

"Wir gehen davon aus, dass ver.di mitziehen wird", erklärte ein DJV-Sprecher auf Anfrage der dapd. Seit dem vergangenen Frühjahr liegen die Tarifverhandlungen zwischen dem DJV und dem Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) auf Eis. Ein Grund sei, dass die Verleger bei ihrer Forderung blieben, tarifliche Standards abzusenken, wie der DJV erklärt. Für die rund 9.000 Redakteure bei Zeitschriftenverlagen würden zwar größtenteils die alten Tarifverträge gelten, sodass die Verleger ihre Forderungen nicht durchsetzen konnten. Allerdings müsse eine Klärung der Sachverhalts erfolgen.

Abgesenktes Tarifwerk für Berufseinsteiger
Auch die Tarifverhandlungen für die rund 14.000 Zeitungsredakteure sind ins Stocken geraten. In der dritten Tarifrunde vom 8. Dezember hatte der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) zwar seinen Forderungskatalog vorgestellt. Dieser sieht aber unter anderem Einschnitte für die jetzt beschäftigten Redakteure und schlechtere Voraussetzungen für alle künftigen Berufseinsteiger vor. Es sei außerdem geplant, die beiden Einmalzahlungen Jahresleistung und Urlaubsgeld zu einem Monatsgehalt zusammenfassen. Der DJV sprach sich gegen diese Neuerungen aus.

DJV sieht in Verlegerforderung Herabwürdigung des Journalismus
Ferner heißt es im Vorschlag des BDZV: "Künftige Arbeitsverhältnisse können angesichts der wirtschaftlichen Lage der Branche nicht zu den gleichen tariflichen Rahmenbedingungen vereinbart werden." Insgesamt soll die Vergütung nach BDZV-Angaben um rund 15 Prozent abgesenkt werden. Laut DJV-Berechnungen handelt es sich aber um Einsparungen von rund 30 Prozent.

Jetzt ruft der Verband in einer Mitteilung zu mehr Solidarität auf: “Treten Sie zusammen mit dem DJV dafür ein, dass es wieder faire Tarifverträge gibt! Treten Sie dafür ein, dass der Journalistenberuf auch für nachfolgende Generationen attraktiv und spannend ist! Wehren Sie sich dagegen, dass die Verleger den Wert des Journalismus mit Füßen treten!”

Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige