Anzeige

Der stille Star im Dschungel-Rummel

Über keinen Kandidaten des RTL-Dschungelcamps bei “Ich bin ein Star - holt mich hier raus!” wurde im Vorfeld so viel geschrieben wie über Rainer Langhans. Und kaum einem wurden so viele Etiketten aufgepappt: Alt-Hippie, Alt-Kommunarde, APO-Opa, Haremsvater. Sein eigentlicher Auftritt in der Krawall-Sendung ist ein Gegensatz zur lauten Berichterstattung. Langhans ist still, findet klare Worte für seine Mit-Kandidaten, zeigt sich hilfsbereit. Man hat den Eindruck, hier ist einer mit sich und der Welt im Reinen.

Anzeige

Er hat halt schon viel erlebt, der Rainer Langhans. Und er scheint sich über die vielen Jahre Selbsterfahrung in seinen Kommunen in Berlin und München treu geblieben zu sein. Ein jüngst gesendeter Beitrag des "Spiegel TV Magazins" zeigte Langhans im Kreise seiner “Haremsdamen” beim Kaffeekränzchen, wie darüber beratschlagt wurde, dass er sein Dschungel-Honorar doch nun endlich mal für die Altersvorsorge anlegen soll.

Langhans ist in seinem auf den ersten Blick abstrus anmutenden Lebensentwurf konventioneller und umgänglicher als so mancher karrieregetriebene Jungmanager mit Blackberry am Gürtel und SUV vor der Haustür. Er sei dankbar, in dieser Gesellschaft so leben zu können, wie er es möchte, sagte er bei "Spiegel TV". Man nimmt es ihm ab.

Rainer Langhans erträgt das Spektakel im Busch mit stoischer Gelassenheit. Zu Beginn beklagte der Veganer sich noch ein bisschen über die Schuhe aus Leder, die im gereicht wurden. Bei seiner Dschungelprüfung, bei der er mit 30.000 Kakerlaken in einen Glassarg steigen musste, diskutierte er kurz mit den Moderatoren, weil er doch keine Tiere quälen wollte. Am Ende stieg er dann doch ohne großen Umstand in den Sarg. Er machte keine Show, blieb ganz ruhig liegen und zog die Sache durch.

Rainer Langhans ist der Gegenentwurf zur vorlauten Sarah Knappik, die ständig redet, aber dabei nichts sagt oder zu sagen hat. Während Sarah Knappik sich andauernd auf den offenbar erst kurz vor der Sendung zugelegten Status als Vegetarierin beruft, um eklige Käfer-Mahlzeiten zu umgehen, springt Langhans über seinen Schatten und legt sich trotz seiner Veganer-Überzeugung in den Kakerlaken-Sarg – weil er eben ein Teamspieler ist. Und deshalb verwundert es nicht, dass die Kandidaten Langhans auswählen, um die Camp-Zicke Sarah einzunorden. Das macht er präzise mit knappen Worten, indem er die Eigeneinschätzung der Co-Kandidatin aushebelt: "Du bist eben keine Kämpfernatur. Dein Verhalten ist asozial."

Langhans geht seinen Mit-Kandidaten nicht durch Geschichten auf die Nerven, obwohl er aus der 68er Zeit mutmaßlich weitaus mehr und Interessanteres zu berichten hätte als die 24-jährige Sarah Knappik aus ihrem Nachwuchs-Model-Dasein. Wenn Sarah Knappik aus dem Dschungelcamp kommt, hat sie sich aller Voraussicht nach zum Gespött der TV-Nation gemacht. Rainer Langhans wird aus dem Dschungelcamp rausgehen, wie er reingekommen ist – als Rainer Langhans. Mit dieser Einstellung sorgt er zwar nicht für den von RTL und Boulevardmedien herbeigesehnten Krawall, markiert aber eine positive Ausnahmeerscheinung im Dschungel-Rummel.

Unterdessen wurde bekannt, dass der Münchner Wiesenwirt und Promi-Gastronom Michael Käfer seinen Anwalt eingeschaltet hat. Er ist sauer auf die RTL-Wortspiele mit dem "Käfer-Zelt" auf dem Dschungel-Oktoberfest.

Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige