Der erstaunliche Höhenflug der Xing-Aktie

Tatsächlich: Der Ausbruch nach oben ist geglückt. Nach zwei Jahren in einer Handelsspanne zwischen 20 und 30 Euro befindet sich die Xing-Aktie wieder im Aufwärtstrend. Der Grund dafür hat acht Buchstaben: Facebook! Zwar kann von Übernahmespekulationen keine Rede sein, doch im Nachhall der Bewertung von Goldman Sachs scheint vielen Anlegern zu dämmern, dass das deutsche Netzwerk ziemlich attraktiv bewertet ist. Großaktionär Burda wird sich freuen: Seine Anteile liegen nun über dem Kaufkurs von 2009.

Anzeige

Tatsächlich: Der Ausbruch nach oben ist geglückt. Nach zwei Jahren in einer Handelsspanne zwischen 20 und 30 Euro befindet sich die Xing-Aktie wieder im Aufwärtstrend. Der Grund dafür hat acht Buchstaben: Facebook! Zwar kann von Übernahmespekulationen keine Rede sein, doch im Nachhall der Bewertung von Goldman Sachs scheint vielen Anlegern zu dämmern, dass das deutsche Netzwerk ziemlich attraktiv bewertet ist. Großaktionär Burda wird sich freuen: Seine Anteile liegen nun über dem Kaufkurs von 2009.
Was für ein Start ins neue Börsenjahr für Internet- und Technologieaktien: Während die Leitindizes nach wilden Währungsausschlägen noch ihre Richtung suchen, haussiert die Aktie des deutschen Web-2.0-Unternehmens Xing. Und zwar so kräftig wie seit Jahren nicht mehr. Bei 36 Euro nach einem starken vierten Börsen-Quartal in das neue Jahr gestartet, kletterte die Aktie des Hamburger Online-Business-Netzwerks beständig nach oben und schloss heute bei 43 Euro auf einem neuen Zweieinhalb-Jahreshoch – ein Plus von 20 Prozent in nicht mal zwei Wochen. Großaktionär Hubert Burda, der Ende 2009 ein Viertel der Anteile von Gründer Lars Hinrichs zum Bezugspreis von 36,50 Euro erworben hatte, liegt nun nach mehr als einem Jahr Wartezeit mit seinem Investment endlich im Plus.
"Facebook als neuer Kurstreiber der Xing-Aktie"
Was hat den Kursausbruch ausgelöst: Neue Übernahmespekulationen? Davon ist zwar nichts bekannt, doch vieles spricht dafür, dass die Gründe von außen kommen. Ausgerechnet Facebook, der US-Platzhirsch unter den sozialen Netzwerken, dürfte den Deutschen wohl zu einem kräftigen Kursschub verholfen haben. Das findet zumindest das Anlegermagazin Börse Online: "Als neuer Kurstreiber für die Aktie von Xing entpuppt sich die jüngste Finanzierungsrunde von Facebook", folgerte der stellvertretende Chefredakteur Gereon Kruse bereits vor einer Woche. Da notierte die Xing-Aktie noch unter 40 Euro.
Bewertung spricht für Xing: nur ein KGV von 20
Was hat nun Xing mit Facebook zu tun, das als Social Network doch eine etwas andere Klientel anspricht? Die Antwort liegt in der Volkswirtschaft: Es ist die Bewertung, die sich für die Hamburger nach fast drei Jahren Stillstand an der Börse langsam auszahlt. Obwohl der Wachstumskurs im Kerngeschäft in den vergangenen Jahren immer wieder nachgewiesen wurde, stagnierte das Anlegerinteresse – nicht zuletzt wohl auch wegen der Anteils-Veräußerung des Gründers Lars Hinrichs an Burda. Nun jedoch scheint es, als wäre Xing endlich reif für eine Neubewertung: Bei 43 Euro bewilligen Anleger nämlich für das gerade gestartete Geschäftsjahr nicht mehr als ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 20.
Facebook wechselt auf Basis einer optimistischen Gewinnerwartung von einer Milliarde Dollar in 2011 nach der Goldman-Sachs-Bewertung von 50 Milliarden Dollar mit einem KGV von 50 den Besitzer. Oder anders betrachtet: Jeder Xing-Nutzer stehe "mit nur knapp 20 Euro in der Kalkulation", rechnet Kruse vor. Bei Facebook kommt der Stellvertretende Chefredakteur von Börse Online auf einen Wert von 75 Dollar. Realistischer sind inzwischen wohl 600 Millionen Nutzer, was den Wert pro Mitglied entsprechend leicht drückt. Wie auch immer: Xing wird mit einem erheblichen Discount zu Facebook gehandelt.
Weitere Kurstreiber: Möglicher TecDax-Aufstieg und LinkedIn-IPO
Und dann sind da noch andere Faktoren: Auch der absehbare Börsengang von US-Konkurrent LinkedIn könnte stimulierend wirken – sei es in Form eines ähnlichen Bewertungsabschlags oder erneut aufflammender Übernahmefantasie.
Nicht zuletzt locken auf den deutschen Aktienmärkten neue Lorbeeren: "Hält der Kursaufschwung an, hat Xing gute Karten, im März in den TecDAX aufzurücken", glaubt Kruse. Mit einem Börsenwert von aktuell 226 Millionen Euro wäre Xing höher bewertet als die letzten fünf TexDax-Mitglieder. Kruse sieht daher noch höhere Kurse: "Mein Kursziel: 50 Euro", so der Stellvertretende Chefredakteur des Anlegermagazins.
Laut einer Analyse von Media-Treff.de hat Xing im Jahr 2010 ein Viertel seiner Nutzer verloren und erreicht noch 2,4 Millionen Menschen. Das Business-Netzwerk widerspricht den Nutzerschwund-Gerüchten jedoch vehement in einer Stellungnahme. "Die Nutzung eines Business-Netzwerks ist im Weihnachts- und Urlaubsmonat Dezember naturgemäß geringer als in anderen Monaten. Da aktuell Zahlen aus Dezember mit Zahlen aus Januar 2010 verglichen werden, ergibt sich zwangsläufig ein verzerrtes Bild", heißt es.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige