Monika Piels emsiger Interview-Marathon

Sie ist die neue ARD-Vorsitzende und die erste Frau auf diesem Posten. WDR-Intendantin Monika Piel hat zum Ende des vergangenen Jahres einen wahren Interview-Marathon hingelegt. Mit dem Handelsblatt, der SZ, der WAZ, der taz und der FR hat sie über ihren Amtsantritt gesprochen. Und dabei verraten, dass es einen neuen Ruhrpott-"Tatort" geben wird, sie sich "mehr Innovation, mehr Schräges" im öffentlich-rechtlichen TV wünscht und was sie sich von Günther Jauch erhofft. Alle Interviews sind heute erschienen.

Anzeige

Vor vier Jahren wollte die ARD schon einmal eine Talkshow mit Günther Jauch starten. Damals scheiterte der Plan jedoch, weil der 54-Jährige sich nicht exklusiv an den Sender binden wollte. Heute zeigt sich die ARD damit einverstanden, dass der Moderator auch weiterhin beim Konkurrenten RTL arbeitet, "weil er eine Ausnahmeerscheinung im deutschen Fernsehen ist", sagte Piel im FR-Interview. In der Süddeutschen fügte sie hinzu, dass sie es "persönlich sehr schön fände, wenn Günther Jauch bei uns auch ein Unterhaltungsformat übernehmen würde". Aber das stünde zurzeit nicht zur Debatte.
Zur Programmierung der Talkshows im Abendprogramm sagte Piel: "Ich finde es sehr öffentlich-rechtlich, wenn politische Themen in diesem Umfang diskutiert werden. Das ist für mich eine Facette des Programmauftrags." Neben der Jauch-Sendung am Sonntagabend stehen auch noch die Talkshows von Anne Will, Sandra Maischberger, Frank Plasberg und Reinhold Beckmann im Programm, die alle ihre Sendeplätze wechseln mussten. Insbesondere Anne Will wurde durch die Rotation benachteiligt: Anstatt am Sonntag sendet sie künftig mittwochs nach den "Tagesthemen". Ein Programmschema auf diese Weise zu verändern, hält die ARD-Vorsitzende für schwierig: "Es ist so, dass ein Programmschema ein Puzzle mit vielen Steinchen ist, sobald Sie ein Steinchen verschieben wollen, schreit gleich eine große Lobby auf", sagte sie in der WAZ.
Piel erklärte zudem, dass alle Anstalten innerhalb der ARD weiter sparen müssten. Allein der WDR, dessen Intendantin sie ist, müsse seine Kosten um 50 Millionen Euro pro Jahr senken. Das gehe am besten durch Synergien und Kooperationen, sagte Piel in der taz. Zudem werde es bei den Digitalkanälen keinen "Sender-Zuwachs" mehr geben. Die 59-Jährige erwartet, dass eher Kanäle eingestellt würden. Aus dem Sportrechte-Etat seien 20 Millionen Euro gestrichen worden. Auch die ab 2013 geltende Haushaltsabgabe werde nicht mehr Geld in die Kassen spülen. Würde es dennoch "zu höheren Einnahmen kommen, müsste der Rundfunkbeitrag gesenkt werden", kommentierte Piel im Handelsblatt. "Darüber würde ich mich sehr freuen. Denn dadurch würde sich unsere Akzeptanz in der Gesellschaft erhöhen."
In der WAZ sagte die ARD-Vorsitzende, dass man einen neuen "Tatort" für das Ruhrgebiet entwickle. Details stünden noch nicht fest. Spekuliert wird, dass die Krimireihe in Dortmund spielen könnte.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige