Eulen-Meldung war ein Hacker-Angriff

Es war der Web-Witz des Tages. Am gestrigen Montag tauchte kurz vor 18.30 Uhr eine sehr seltsame Meldung als Top-Story bei daserste.de auf: “Eilmeldung: Verseuchtes Paket im Kölner Dom gefunden.” Es ging um eine tote Eule und einen Sack Reis, der wegen Gottes Zorn umgefallen war. Dazu gab es ein schönes, großes Eulen-Foto. Wenige Minuten später war die Meldung wieder verschwunden. Laut daserste.de handelte es sich bei der Meldung um einen Hacker-Angriff. Bei der Tätersuche tappt die ARD noch im Dunkeln.

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“Unsere Techniker befinden sich gerade auf Spurensuche”, sagte eine Sprecherin der Redaktion daserste.de zu MEEDIA. Man habe sehr schnell gemerkt, dass auf der Webseite etwas nicht stimmt. Die Eulen-Meldung sei dann aber nach wenigen Minuten von alleine wieder verschwunden. Die ARD weiß nur, dass es es sich um einen Fremdzugriff auf ihre Rechner handelte. Von wem der Hacker-Angriff kam, ist völlig unklar.

Im Internet kursierten schnell Gerüchte, die Eulenmeldung könnte etwas mit dem Chaos Communication Congress zu tun haben, der derzeit in Berlin stattfindet. Der internationale Hacker-Kongress wird jedes Jahr vom Chaos Computer Club ausgerichtet. Gut möglich, dass sich einer der Hacker von Berlin aus einen Scherz mit der ARD erlaubt hat.

Weil sie so schön gaga war, hier noch einmal die Eulen-Meldung der gehackten daserste.de-Seite in vollem Wortlaut:

“Eilmeldung: Verseuchtes Paket im Kölner Dom gefunden. Nach Informationen von Reuters wurde die Todesursache der am Montagnachmittag im Kölner Dom gefundenen toten Eule festgestellt. So soll Gottes Zorn einen Reissack zum Umfallen gebracht haben, der die Eule dann erschlug. Da ein Terroranschlag aber nicht ausgeschlossen werden kann, untersucht zur Zeit ein Strahlenschutzteam der Kölner Feuerwehr die nähere Umgebung. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass jedem der Kontakt zu der Eule hatte, morgen die Eier ausm Sack fallen. Weitere Informationen folgen."
Die Hacker des Chaos Communication Congress haben bereits diverse andere Webseiten gehackt, u.a. den Web-Shop der FDP. Zu sehen ist dort ein Heißluftgebläse mit der Aufschrift: "Rede von Guido Westerwelle? Hier drücken" sowie der Hinweis, man habe sicherheitshalber mal ein "Backup der Kundendaten gemacht." Ob die ARD den Urhebern des Eulen-Hacks auf die Schliche kommt, scheint indes fraglich. Auf die Nachfrage, ob man sich vorstellen könne, dass der Hack etwas mit dem Hacker-Kongress in Berlin zu tun haben könnte, lautete die Gegenfrage: "Welcher Hacker-Kongress?"

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