„Das Supertalent“ kopiert sich selbst

Ein Mann, zwei Stimmen: Freddy Sahin-Scholl ist am Samstag zum vierten Supertalent von Bohlen und Co. gekürt worden. Der 57-Jährige Ex-Krankenpfleger besitzt die Gabe, in zwei Tonlagen, Sopran und Bariton, singen zu können. Doch so originell und unverbraucht, wie es sich auf den ersten Ton anhört, ist das Talent nicht. Bereits 2003 brachte Sahin-Scholl unter dem Künstlernamen Galileo eine CD auf den Markt. Jetzt kommt das Album, allerdings ist nur das Label neu: Sein Album stammt aus dem Jahr 2003.

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Der aus Baden-Württemberg stammende Sänger gewann das Finale mit 22,84 Prozent der Zuschaueranrufe knapp vor dem Sänger Michael Holderbusch mit (15,69 Prozent) und dem gehörlosen Tänzer Tobias Kramer (10,30 Prozent). Sahin-Scholl bekam als Siegprämie 100.000 Euro. Und, als wäre das nicht genug, will natürlich auch die Musikbranche an dem Stimmenwunder verdienen.
Seit dem heutigen Montag gibt es das 2003 bei Edel Records erschienen Album, damals noch unter dem Künstlernamen Galileo, unter neuer Flagge: "Carpe Diem" trägt nun das Label Sony Music. Nach eigenen Angaben verkaufte Galileo "einige tausend CDs".
Auch mit großen Bühnen machte der 57-Jährige schon seine Erfahrung. 2003 trat er bei der Großveranstaltung "Nokia Night of the Proms" neben Toto und En Vogue auf. Gegenüber Bild sagte er über diesen Vorsprung: "Mir wurde das bereits mehrmals in Foren vorgehalten, aber man muss auch hinter die Kulissen schauen. Der Auftritt bei ‚Nokia Night Of The Proms‘ war ein Novum für mich, ein ganz großes, aber singuläres Erlebnis." Die Auftritte und die Erfahrungen auf der RTL-Bühne seien damit nicht zu vergleichen.
Dass die CD nun mit dem richtigen Namen, dem Supertalent-Bonus und einem anderen Label noch öfter über die Ladentheke geht als bisher, dürfte zu erwarten sein. Ob Sahin-Scholl damit aber den absoluten Durchbruch schafft, bleibt abzuwarten. Bisher hat der "Supertalent"-Stempel noch keinen der bisherigen Gewinner auch zum absoluten Superstar befördert.

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