Wie kann man für Wikileaks noch spenden?

Viele überlegen sich derzeit, ob sie für die Enthüllungsplattform Wikileaks spenden sollen. Wikileaks hat dank der immensen Popularität durch die jüngsten Botschafts-Enthüllungen und die zeitweise Festnahme des Gründers Julian Assange viel Zuspruch erfahren. Aber US-Firmen wie Paypal, Visa und Mastercard haben Spenden an Wikileaks gestoppt. Wie kann man noch möglichst sicher an Wikileaks spenden und wie weiß man, wie das Geld verwendet wird? MEEDIA klärt die wichtigsten Fragen für spendenwillige Wikileaks-Fans.

Anzeige

Kann man mit Kreditkarten für Wikileaks spenden?

Von Spenden mit Kreditkarten sollte man generell Abstand nehmen. Die beiden größten Kreditkartenunternehmen, Visa und Mastercard, beides US-Unternehmen, haben die Weiterleitung von Spenden an Wikileaks gestoppt. Sie berufen sich dabei auf ihre allgemeinen Geschäftsbedingungen. Beide Firmen wollten prüfen, ob die Aktivitäten von Wikileaks illegal sind und ihren Geschäftsbedingungen zuwiderlaufen. Bis dahin sind Zahlungen an Wikileaks gestoppt worden. Einzelne Visa- und Mastercardkunden haben angekündigt, dagegen zu klagen. Ebenso will das Schweizer Unternehmen Datacell, das für Wikileaks Kreditkartenzahlungen gemanagt hat, rechtliche Schritte einleiten. Noch ist aber unklar, wie sich Visa und Mastercard weiter verhalten und ob und wann Klagen Erfolg haben werden. Wie sich andere Kreditkartenunternehmen verhalten, ist derzeit ebenfalls unklar. Sollte man für Wikileaks spenden wollen, ist von der Benutzung von Kreditkarten jedenfalls deutlich abzuraten. Es ist sehr unsicher, ob und wann das Geld bei der Organisation ankommt.

Kann man via PayPal für Wikileaks spenden?

Genau wie Mastercard und Visa hat Paypal die Spenden-Weiterleitung für Wikileaks gestoppt. Mittlerweile hat das US-Unternehmen ein Stück weit eingelenkt und verkündet, bereits aufgelaufene Spenden würden noch an Wikileaks weitergeleitet. Trotzdem will Paypal keine neuen Spenden für die Enthüllungsplattform entgegennehmen.

Kann man mit Überweisungen für Wikileaks spenden?

Bank-Überweisungen dürften derzeit der sicherste Weg sein, Wikileaks Spenden zukommen zu lassen. Dies geht auf zwei Wegen: mit einer internationalen Überweisung an die Wikileaks-Dachorganisation Sunshine Press an die Landsbanki Island. Oder mit einer Überweisung an die deutsche Wau Holland Stiftung. Die Überweisung an die Stiftung hat den Vorteil, dass die Spende zumindest derzeit noch steuerlich absetzbar ist. Die Kontonummer finden sich auf der Wikileaks-Seite. Hier sind sie zur Sicherheit noch mal: Landsbanki Island Kontonummer: 0111-26-611010, BANK/SWIFT:NBIIISRE, IBAN-Nummer: IS97 0111 2661 1010 6110 1002 80. Oder: Wau Holland Stiftung, Commerzbank Kassel, Konto: 277 281 204, BLZ: 520 400 21, Betreff: WIKILEAKS / WHS Projekt 04.

Wie kann man sonst noch für Wikileaks spenden?

Es gibt natürlich die ganz traditionelle Methode, Wikileaks mit der Post einen Scheck zu senden. Den Scheck soll man an ein Postfach in der australischen Stadt Victoria schicken, die Adresse lautet: WikiLeaks, Box 4080 Australia Post Office – University of Melbourne, Branch Victoria 3052, Australia. Wikileaks weist darauf hin, dass man statt “Wikileaks” auch irgendetwas anderes vor die Box-Nummer schreiben kann, falls man Angst hat, dass der Scheck abgefangen wird. Wikileaks hat außerdem ein Konto bei dem Social-Pay-Dienstleister Flattr. Unter den aktuellen Wikileaks-Veröffentlichungen fehlt allerdings der Flattr-Button. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte daher eine Bank-Überweisung oder den Postweg wählen.

Was passiert mit meinem Spendengeld?

So genau weiß man das nicht. Denn Wikileaks deckt nicht nur Geheimnisse auf, sondern ist selbst auch sehr geheimnisvoll. Tatsache ist, dass die Organisation sehr hohe technische Kosten für ihre Server und Sicherheits-Vorrichtungen hat. Die Wau Holland Stiftung spricht davon, dass sich die normalen jährlichen Kosten von Wikileaks auf circa 200.000 Dollar belaufen und durch die aktuellen Ereignisse sicher auf rund 300.000 Dollar pro Jahr gestiegen seien. Außerdem dürfte die Organisation einiges an Anwalts- und Rechtsberatungskosten haben. Hinzu kommen normale Spesen und Reisekosten. Wie Wikileaks die Gelder genau verwendet, ist aber völlig intransparent. Wenn man Wikileaks spendet, muss man Julian Assange und seinen Leuten schlicht vertrauen, dass sie das Geld im Sinne der Spender verwenden.
Die Unterstützer-Seite von Wikileaks finden Sie hier.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige