MDR: Top-Kandidaten für Chefposten

Erst im Sommer gab es beim Mitteldeutschen Rundfunk einen Generationswechsel im Rundfunkrat. Sieben von acht Räten wurden neu gewählt. Bald steht die nächste Top-Personalie beim MDR an: Chefredakteur Wolfgang Kenntemich wird 2011 aller Voraussicht nach in Ruhestand gehen. Nach MEEDIA-Informationen gibt es zwei heiße Kandidaten für seine Nachfolge: Thomas Braune, der Regierungssprecher des brandenburgischen Ministerpräsidenten Matthias Platzeck und Tim Herden, Korrespondent des ARD-Hauptstadtstudios.

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Die beiden Namen Braune und Herden werden in TV-Kreisen bereits kolportiert. Sollte Thomas Braune den Zuschlag für den Chefredakteursposten erhalten, könnte dies erneut Diskussionen über die Verflechtungen der öffentlich-rechtlichen Anstalten mit der Politik entfachen. Die Aufregung um die vom damaligen hessischen Ministerpräsidenten und ZDF-Verwaltungsrat Roland Koch betriebene Abberufung des ZDF-Chefredakteurs Nikolaus Brender ist noch gut im Gedächtnis. Ebenso die Kritik an dem Wechsel von Ex-Regierungssprecher Ulrich Wilhelm auf den Intendantenposten beim Bayerischen Rundfunk und die anschließende Berufung des ZDF-Journalisten Steffen Seibert zum neuen Regierungssprecher.

Eine Berufung des ehemaligen MDR-Hauptstadtstudio-Leiters Tim Herden wäre unverfänglicher. Herden hat im DDR-Fernsehen volontiert und ist ein echtes MDR-Gewächs. Heute arbeitet er als Korrespondent für das Hauptstadtstudio der ARD. In seiner Freizeit betätigt er sich als Krimiautor.

Der derzeitige MDR-Chefredakteur Wolfgang Kenntemich wird kommendes Jahr 65. Es gilt als so gut wie sicher, dass er sich dann in den Ruhestand verabschieden wird. Kenntemich ist nicht ganz unumstritten. Neben seiner Tätigkeit als MDR-Chefredakteur sitzt er im Kuratorium der privaten Berliner PR-Hochschule Quadriga, was ihm einiges an Kritik eingebracht hat. Kenntemich rechtfertigte sein Engagement bei Quadriga damit, dass er dort eine ausschließlich beratende Rolle wahrnehme: “Gerade im Interesse von uns Journalisten möchte ich damit einen Beitrag dazu leisten, dass öffentliche Kommunikation nur auf der Basis klar definierter ethischer Regeln, wie Wahrhaftigkeit, Offenheit, Transparenz und Fairness funktionieren kann“, sagte er. An diesen Worten wird sich der MDR bei der Nachfolgesuche für den Chefredakteursposten messen lassen müssen.
Der Unternehmenssprecher des Mitteldeutschen Rundfunks, Dirk Thärichen, sagte uns dazu Folgendes: "Der Chefredakteur des Mitteldeutschen Rundfunks, Herr Wolfgang Kenntemich, wird im Herbst in den verdienten Ruhestand gehen. Über seinen Nachfolger hat der MDR noch nicht entschieden. Wir bitten um Ihr Verständnis, dass eine solche Personalie nicht öffentlich diskutiert werden kann, werden Sie aber über eine dementsprechende Entscheidung informieren."

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