Assange: Staatsanwältin legt Berufung ein

Nachdem ein Gericht in London am Dienstagnachmittag entschieden hatte, dass Wikileaks-Chef Julian Assange nicht länger in Haft bleiben muss, hat die schwedische Staatsanwältin Gemma Lindfield dagegen Berufung eingelegt. Der Oberste Gerichtshof Großbritanniens muss nun binnen 48 Stunden entscheiden, ob Assange gegen Kaution vorläufig freikommt. Sein Anwalt, Mark Stephens, kritisierte die Entscheidung: "Dies hier verwandelt sich in einen Schauprozess." Assange sitzt seit einer Woche in Isolationshaft.

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Am Dienstag erschien der Wikileaks-Gründer zum zweiten Mal vor Gericht. Viele Blogger und Journalisten hatten direkt aus dem Gerichtssaal getwittert. Nach der Verkündung seiner Freilassung auf Kaution in Höhe von 200.000 britischen Pfund (umgerechnet rund 235.000  Euro) hatte die schwedische Justiz zwei Stunden Zeit, um ihr Veto einzulegen. Sie fordert weiterhin die Auslieferung von Assange. Dem 39-Jährigen wird vorgeworfen, zwei Frauen vergewaltigt zu haben.
Sollte sich der Oberste Gerichtshof für eine Freilassung auf Kaution entscheiden, müsste Assange die Summe allerdings in bar hinterlegen. Dabei kann er auf die Unterstützung einiger Prominente setzen. Jenima Khan, Milliardärstochter und Ex-Geliebte von Hugh Grant, hatte angeboten, seine Kaution zu bezahlen. Auch US-Regisseur Michael Moore und die Filmemacher John Pilger und Ken Loach boten bereits ihre Unterstützung an.
Bei einer Haftentlassung wäre der nächste Gerichtstermin für den 11. Januar 2011 datiert. Assange würde dann in der Grafschaft Suffolk bei Vaughan Smith, dem Gründer des Journalisten-Vereins Frontline Club, wohnen, berichtet Spiegel Online. Dieser hatte ihm auch bei der Fahndung Unterschlupf in London gewährt.

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