Schneider übernimmt Burdas Super-Illu

Nach der Markwort-Ablösung beim Focus zieht Burda den nächsten Generationswechsel durch: Nach rund 20 Jahren an der Spitze der Super-Illu übergibt Gründungschefredakteur Jochen Wolff die Leitung an Robert Schneider. Der 34-jährige gebürtige Leipziger arbeitet derzeit noch als stellvertretender Chefredakteur bei Springers Bild am Sonntag. Der 61-Jährige Wolff gibt aus Gründen "der privaten Lebensplanung" seine Position als Chefredakteur und Geschäftsführer der Verlagsgruppe Berlin ab, heißt es.

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Für die Super-Illu hatte Schneider wohl den richtigen Stallgeruch. So kommt er selbst aus dem Osten und arbeitete bereits bei Springers Hauptstadt-Boulevardzeitung B.Z. und als Chef der Bild-Redaktion in Berlin.

Im Westen ist die Super Illu noch immer ein Nischenblatt. Im Osten allerdings eine Erfolgsgeschichte. Aktuell verkauft das Magazin 420.170 Exemplare. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies allerdings ein Minus von neun Prozent. Innerhalb der vergangenen fünf Jahre gingen sogar 21 Prozent verloren.

Nachfolger von Wolff als Geschäftsführer der Verlagsgruppe Berlin wird Heinz Scheiner, bislang Geschäftsführer für Marketing und Advertising. Der 55-Jährige ist seit 15 Jahren bei der Super-Illu und war zuvor schon seit 1979 in verschiedenen Funktionen für Hubert Burda Media tätig. Überhaupt besteht die Redaktion aus sehr vielen Mitarbeitern, die schon sehr lange für das Magazin arbeiten.

Die Verlagsleitung ist nur voll des Lobes für Wolff: "Wir verlieren in Jochen Wolff einen außergewöhnlichen Chefredakteur. Dank seiner journalistischen Souveränität und seiner Zuverlässigkeit ist es ihm gelungen, das Vertrauen der Menschen in Ostdeutschland zu gewinnen", kommentiert Hubert Burda. "Er hat einen wesentlichen Beitrag zum Erfolg der deutschen Integration geleistet und den Menschen aus der ehemaligen DDR geholfen, sich im vereinten Deutschland zurecht zu finden. Als Journalist und Staatsbürger hat er dabei stets die Gemeinsamkeiten betont und der Versuchung widerstanden, aus Trennendem journalistisches Kapital zu schlagen. Jochen Wolff hat für diesen Verlag und für die deutsche Einheit Großartiges geleistet, dafür bin ich ihm zutiefst dankbar."

Wolff begründet seinen Schritt unter anderem damit, dass er sich nach "20 erfolgreichen und ereignisreichen Jahren" als Chefredakteur dazu entschlossen habe, "die Verantwortung in jüngere Hände zu legen". "Ich bin Hubert Burda sehr dankbar, dass er mir 1990 die Chance und das Vertrauen gegeben hat, diese Zeitschrift an der Nahtstelle der deutschen Einheit zu entwickeln und zu leiten. Ich danke auch einer begeisterungsfähigen Redaktion, die Super-Illu in einem sensiblen Markt zu einem der erfolgreichsten Magazine der letzten 20 Jahre gemacht hat."

Auf Wunsch des Verlages wird der scheidende Chefredakteur der Super-Illu jedoch als Herausgeber erhalten bleiben und gleichzeitig repräsentative Aufgaben für das Medienhaus in Berlin wahrnehmen.

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