Project: Bransons magisches iPad-Magazin

Auf Worte folgen Taten: Nicht mal eine Woche nach der Ankündigung, ein iPad-Magazin zu starten, ist die App des Virgin-Gründers Richard Branson im AppleStore erhältlich. "Project" heißt das nur fürs iPad zugeschnittene Angebot des britischen Vorzeige-Unternehmers – und tatsächlich ist der Wurf mehr als nur ein digitaler Schnellschuss. Für 2,99 Dollar bzw. 2,39 Euro bekommen iPad-Nutzer viel Inhalt fürs Geld: Eine Hightech-Hochglanz-Aufbereitung und viele Lesestrecken.

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Auf Worte folgen Taten: Nicht mal eine Woche nach der Ankündigung, ein iPad-Magazin zu starten, ist die App des Virgin-Gründers Richard Branson im AppleStore erhältlich. „Project“ heißt das „iPad only“-Angebot des britischen Vorzeige-Unternehmers – und tatsächlich ist der Wurf mehr als nur ein digitaler Schnellschuss. Für 2,99 Dollar bzw. 2,39 Euro bekommen iPad-Nutzer viel Inhalt fürs Geld: Eine Hightech-Hochglanz-Aufbereitung und viele Lesestrecken.

Es ging dann sehr schnell: Kaum waren die Gerüchte verzogen und offiziell bestätigt, war es da – das erste richtige „iPad only“ –Magazin, wenn man mal von Welt-Ableger „The Iconist“ absieht. Im Vergleich zur Erstausgabe der Berliner, die im Frühjahr für den stolzen Preis von 4,99 Euro zu haben war,  wird deutlich, wie viel sich in einem halben Jahr tun kann – vor allem technisch.

Wie eine Vision aus einem Harry Potter-Film schwebt der Titelheld Jeff Bridges nach dem langen Download der Dezember-Erstausgabe in die Library der App ein: Es blitzt, das Display wird schwarz, wie ein Geist kommt Bridges aus dem Off, ist wieder weg, dann wird eine Landebahn sichtbar – der Virgin-Spirit bleibt hängen, als sich alle Teile des Covers zusammenfügen und erscheinen wie die iPad-Version der Harry Potter-Tageszeitung "The Daily Prophet" .  

Kantige Typen aus den Kernbereichen Design, Unterhaltung, Technologie und Unternehmertum

Ein wenig prophetisch wirkt dann auch das Geleitwort, das Anthony Noguera (Arena, Zoo und FHM) dem digitalen Debüt voranstellt – natürlich nicht, ohne dem Selfmade-Milliardär Branson gebührend Tribut zu zollen, der einst als 16-Jähriger als Verleger des Jugendmagazins „Student“ begann. So soll das neue E-Publishing via iPad dann auch nicht weniger revolutionär sein als die Erfindung der Buchpresse 1476, stellt Noguera fest.

Dem Anspruch entsprechend, stehen bei "Project" kantige Typen im Vordergrund, Typen aus den Kernbereichen Design, Unterhaltung, Technologie und Unternehmertum – also Macher-Typen wie der zum Ritter geschlagene Branson selbst.

Titelheld Bridges: 3 Stunden Covershooting für digitalen Glamour

Entsprechend folgerichtig ist dann auch die Wahl der Titelgeschichte ausgefallen, die Oscar-Gewinner Jeff Bridges gewidmet ist, der – sehr passend – in der Fortsetzung des Cyberspace-Klassikers „Tron“ die  Hauptrolle spielt. Mehr als 3 Stunden stand Bridges für den aufwändigen Covershot vor der Kamera – auch Hollywood ist sich für ein wenig iPad-Glamour nicht zu schade, scheint es.

Tatsächlich ist die Umsetzung der Titelstory äußerst gelungen: In Bewegtbild läuft ein grinsender Jeff Bridges dem Leser entgegen: „Dude, Seriously“, lautet der Aufmacher – laut gedacht. Das Interview ist kurzweilig mit durchaus neuen Erkenntnissen: Twitter etwa ist nichts für den Oscar-Gewinner, lernt der Leser, auch nicht Blogeinträge, stattdessen malt Bridges in seiner kurzen Freizeit.

"Die Zukunft des Publizierens"

Das ist das nächste Stichwort: Wer genügend davon hat, könnte es mal mit Tokio versuchen. Die japanische Hauptstadt wird von fünf Kreativen in aufwändigen Videos vorgestellt, fünf mutmaßliche iPad-Apps vom russischen Premier Wladimir Putin ebenso, genau wie die Erfolgsstory des französischen Plattenlabels MyMajor Company – und das ist nur ein kleiner Auszug des prallen Angebots des "Project".

"Dies ist die Zukunft des Publizierens", gab Richard Bransons bei der Präsentation am Dienstag in New York dann auch ein klares Mission Statement ab. "Es werden ganz schnell noch sehr viele auf diesem Weg folgen." Einer davon wird Rupert Murdoch mit seinem Prestigeprojekt "The Daily" sein. "Wir haben keinen Krieg miteinander", glättete Branson vor dem vermeintlichen Duell der iPad-Magazine die Wogen.

Wenn man etwas am ersten Wurf des risikofreudigen Briten aussetzen kann, dann, dass "Project" fast überladen wirkt, ganz so, als wollte das Duo Branson / Noguera das bessere Wired liefern: das Wired für die iPad-Ära. Für 2,39 Euro bekommt der iPad-Nutzer definitiv einiges geboten – eine vielversprechende Wochenend- oder Flug-Lektüre ist "Project" allemal.

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