StudiVZ gibt gegen Facebook auf

Clemens Riedl, Chef der VZ-Communities von Holtzbrinck Digital (StudiVZ, SchülerVZ, MeinVZ), hat im Interview mit dem Handelsblatt verkündet, dass er den Kampf gegen Facebook aufgibt. Die VZ-Gruppe soll als Nischenanbieter und Kommunikationsplattform wachsen und nicht mehr die Konkurrenz zu Facebook suchen. Im zweiten Halbjahr 2010 sei die VZ-Gruppe immerhin schon profitabel gewesen. Außerdem kündigte Riedl einige Neuerungen an - die freilich schon wieder an Facebook erinnern.

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So will sich die VZ-Gruppe mit VZ-ID für externe Anbieter weiter öffnen. Mit dem VZ-Passwort kann man sich dann auch Zugang zu anderen Websites und Angeboten verschaffen. Das klingt sehr nach der schon länger bestehenden Technik von Facebook Connect, die genau das auch bietet. Den Unterschied sieht VZ-Chef Clemens Riedl darin, dass sich die VZ-Gruppe im Gegensatz zu Facebook an deutsche Datenschutzbestimmungen halte.

Geplant sei außerdem ein VZ-eigener Telefondienst, ähnlich wie Skype. Nutzer sollen sich über die VZ-Netze wahlweise via Mails, Chat oder Telefon austauschen können. Auch das klingt ein bisschen wie der kürzlich von Facebook vorgestellte Universal-Kommunikationsdienst Message. Auf die Frage nach dem Unterschied, antwortet Riedl im Handelsblatt, die VZ-Gruppe werde im nächsten Jahr auch noch ein weiteres, bisher noch nicht genanntes Kommunikationsfeature starten. Die Kommunikation innerhalb der VZ-Netze solle einer virtuellen deutschen Kneipe ähneln, persönlicher sein und weniger öffentlich als bei Facebook.

Riedl gestand ein, dass die Nutzerzahlen der VZ-Netzwerke künftig weiter leicht sinken werden. Der Markt für Social Communities in Deutschland sei gesättigt. Die Werbevermarktung würde sich trotzdem positiv entwickeln. Der Umsatz der VZ-Netzwerke sei 2010 um 60 Prozent auf 30 Mio. Euro gestiegen, im zweiten Halbjahr habe die VZ-Gruppe operativ sogar Geld verdient.

Mit der neuen VZ-ID sei auch eine Verbindung mit Facebook Connect geplant, sagte Riedl. Dies werde aber 2011 noch nicht soweit sein. Die VZ-Gruppe muss ihre neue Rolle wahrscheinlich erst selbst finden, bevor sie zu sehr mit dem Riesen aus den USA kuschelt.

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