Nach Austritt: VDZ bleibt hart gegen Bauer

Der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger bedauert den Austritt der Bauer Media Group, immerhin einer seiner größten Mitglieder, ist in der Sache jedoch nicht bereit, auf die Hamburger zuzugehen. VDZ-Geschäftsführer Wolfgang Fürstner erklärte am Mittag, dass "bei der Positionierung des Bauerverlags gegenüber der Verlagsgemeinschaft in Vertriebsfragen trotz intensiver Anstrengungen jetzt kein gemeinsamer Nenner zu erreichen" war. Trotzdem bleibe die Hand der Verlagsgemeinschaft" ausgestreckt.

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Wichtig ist dem Verband die Unterscheidung, dass der Verlag zwar seine Mitgliedschaft im Fachbereich Publikumszeitschriften (PZ) aufgegeben hat, jedoch im Landesverband der Zeitschriftenverleger bleibt.

"PZ und VDZ zeichnet es aus, Sprecher der gesamten Branche zu sein. Der Bauer-Verlag hat sich als Teil der Gemeinschaft verstanden und hat sich in deren Arbeit engagiert eingebracht; deswegen ist dieser Schritt bedauerlich", kommentiert Wolfgang Fürstner, Hauptgeschäftsführer von PZ und VDZ.

"Ich bin nicht ohne Vertrauen, dass wir wieder eine Brücke zu Bauer gebaut bekommen. Das setzt aber voraus, dass uns Sachfragen im Verband nicht trennen. Alle benötigen die Bereitschaft, diese untereinander zu diskutieren und zu einer Lösung zu streben", sagte Manfred Braun, Sprecher des PZ-Vorstands.

Ob allerdings diese Erklärung des Verbandes ausreicht, Bauer als Mitglied wiederzugewinnen, bleibt abzuwarten. Denn die in einer Pressemitteilung des VDZ veröffentlichte Stellungnahme zur Marketingkampagne im Lebensmitteleinzelhandel empfanden die Hamburger nicht nur als ärgerlich, sondern "als gezielte Geschäftsschädigung". In einer Mitteilung heißt es: "Der Inhalt, die Diktion und das Zustandekommen dieser Pressemitteilung sind für die Bauer Media Group beispiellos."

Der Hamburger Verlag wirft dem Verleger-Verband vor, dass er "ohne sachlichen Grund in der Öffentlichkeit diskreditiert wurde und der VDZ in den Wettbewerb eingegriffen hat" und bezog sich damit auf eine Erklärung des Verbandes vom 26. November.

Worum es geht: Über Wochen hielten die Bauer-Vetriebsprofis die Verleger- und Grossoverbände bereits in Atem. Denn kaum hatte sich der Streit um das Top-100-Siegel der Hamburger beruhigt, starteten sie vor drei Wochen die nächste Vertriebsaktion. Mit Hilfe einer eigens angefertigten GVK-Studie wirbt der Verlag für eine bessere Zeitschriften-Platzierung der umsatzstarken Titel im Lebensmitteleinzelhandel. Zudem forderte Bauer eine stärkere Konzentration auf die Presse-Top-Seller. Argument: Dies komme der Umsatzentwicklung insgesamt zugute.

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