„Mein Vater redet seit Wochen nicht mit mir“

Endlich ein ernsthaftes Gespräch mit Konstantin Neven DuMont: Die bisherige Berichterstattung ist geprägt von Kurz-Interviews und Zitat-Versatzstücken, über die der 41-Jährige in der Öffentlichkeit entweder einen wütenden, trotzigen oder beleidigten Eindruck hinterlässt. Damit räumt 3sat jetzt auf. Die "Kulturzeit" führte ein längeres Gespräch mit dem Kölner, in dem er sich zu seinem Vater und seiner Beurlaubung äußert. Zudem widerspricht er jedweden Selbstmordgedanken: "Ich liebe das Leben".

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MEEDIA dokumentiert die wichtigsten Passagen:

– Neven DuMont zu der Frage, warum er überwiegend mit der Bild Köln, dem größten lokalen Rivalen des Express, kommunizierte.
"Nachdem ich grundlos, gegen meinen Willen beurlaubt wurde, gab es ein paar Dinge in der Öffentlichkeit richtig zu stellen. In Köln gibt es vier Tageszeitungen, drei davon gehören meinem Vater. Da blieb nur noch die "Bild" übrig, mit denen ich dann über diesen Fall reden konnte."

– Der Kölner über die Beziehung zu seinem Vater:
"Er will schon seit Wochen nicht mehr mit mir reden".

"Wir hatten eigentlich bislang immer eine sehr gute Beziehung. Natürlich gibt es auch Punkte, wo man nicht einer Meinung ist. Aber ich habe ihn nie als Übervater gesehen. Ich habe es auch nicht so gesehen, dass seine Fußstapfen zu groß seien. Branchenexperten haben mir eine sehr gute Leistung attestiert. Insofern konnte ich die Beurlaubung überhaupt nicht nachvollziehen."

"Ich denke, dass mein Vater auch sehr liebenswürdige Seiten hat. Es ist nicht so, dass er nur der Patriarch ist."

"Das Problem bei uns ist wohl, dass das Private und Berufliche nicht immer sauber getrennt werden konnte. Vielleicht kriegen wir das jetzt in den nächsten Tagen oder Wochen hin."

– Der 41-Jähirge antwortet Günter Wallraff, der mit dem Verweis an Springer, dass der Verlag sich nach dem Freitod des Springer-Sohnes doch zurückhalten solle, in die Diskussion einschaltete.
"Normalerweise schätze ich die Arbeit von Günter Wallraff sehr. Das ist für mich einer der besten Journalisten Deutschlands. Aber in diesem Fall liegt er doch ziemlich daneben: Ich liebe das Leben, ich liebe die Arbeit, ich würde mich niemals umbringen. Von daher hinkt der Vergleich an dieser Stelle doch stark."

– Neven DuMont zu der Frage, ob er sich von den Ereignissen überrollt fühlt?
Was heißt, überrollt. Das zieht sich jetzt schon mehr als fünf Wochen hin. Irgendwann gewöhnt man sich an eine solche Situation. Insgesamt finde ich es aber nicht so gut, wie unsere Branche insgesamt sich präsentiert. Das sieht doch sehr selbstreferentiell aus, als ob wir jetzt nach außen demonstrieren wollen: ‚Hallo, wir sind auch noch relevant.’"

– Zudem verrät er, dass es noch einige Aspekte gebe, die noch nicht erzählt sind.
"Denn die meisten Medienjournalisten kratzen nur an der Oberfläche. Aber das würde zu sehr ins Private gehen."
Hier gibt es das komplette Interview.

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