Adidas setzt voll auf Online-Werbung

Es ist eine Zeitenwende im Werbegeschäft. Adidas, nach dem US-Konzern Nike der zweitgrößte Sportartikelhersteller der Welt, hat im Handelsblatt verkündet, künftig den Großteil seiner Werbegelder online auszugeben. Und das ist nicht wenig: 2010 beträgt das Marketingbudget von Adidas rund 1,5 Mrd. Euro. Facebook, Youtube und Co. sollen künftig bei der Adidas Werbung die Hauptrolle spielen. Print- und TV-Werbung soll Kampagnen nur noch ergänzen. Allein bei Facebook erreicht Adidas heute schon Millionen Menschen.

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Print-Anzeigen und TV-Spots würden bei Adidas künftig nur noch begleitend eingesetzt, schreibt das Handelsblatt mit Bezug auf Adidas-Vorstandsmitglied Erich Stamminger. Das ist nichts geringeres als eine Zeitenwende in der Werbung. Bisher wurden Online-Kampagnen von großen Markenartiklern stets begleitend zu TV- und Print-Kampagnen gebucht – nicht umgekehrt. Der Grund für die Umschichtung der Werbegelder ins Internet liegt auf der Hand: Mit seinen Produkten spricht Adidas in allererster Linie junge Menschen an, die aktiv Sport treiben und ein hohes Interesse an Lifestyle haben. Genau jene Zielgruppe, die vorrangig das Internet nutzt, bei YouTube und in Sozialen Netzen wie Facebook unterwegs ist.

Für die Google-Firma YouTube und das weltgrößte Soziale Netzwerk Facebook ist die Nachricht aus dem fränkischen Adidas-Stammsitz in Herzogenaurach eine gute. Werbe- und Mediaagenturen dürften mit den Schultern zucken. Adidas reduziert ja nicht sein Werbebudget, sondern schichtet nur um. Es werden weiterhin aufwändige Spots mit Sport-Stars gedreht. Die laufen dann eben vorrangig bei YouTube, Facebook und Co. und werden via Twitter weitergeleitet.

Der Verlierer hierbei sind die klassischen Medien, vor allem das Fernsehen. In Print-Produkten sind Sportartikel-Anzeigen zwar präsent, spielen aber kaum die Hauptrolle. Das Fernsehen aber muss um seine Vormachtstellung als Leitmedium gerade für die junge Zielgruppe fürchten. Online-Werbung erlaubt den Konzernen auch ganz neue Möglichkeiten der Interaktion mit ihren Kunden. So können Apps für Smartphones gestaltet werden, bei denen Kunden Spiele angeboten werden oder man, in gewissen Grenzen, individualisierte Kleidungsstücke bestellen kann. Nicht umsonst ist der us-amerikanische Adidas-Konkurrent Nike schon lange auf Apples iPhone und iPods präsent. Adidas ist mit seiner radikalen Hinwendung zur Online-Werbung also keineswegs alleine. Nike geht einen ähnlichen Weg und auch Puma hat angekündigt, die Werbeausgaben für Online zu verdoppeln.

Bereits jetzt hat die Fußball-Seite von Adidas bei Facebook über drei Millionen Fans. Die Adidas-Hauptseite kommt auf über 1,5 Millionen Markenfans. Für die Werber des Konzerns sind diese Kontakte schon jetzt bares Geld wert. Bald vielleicht auch für die Betreiber Sozialer Netzwerke.

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