Apple-Spot: Zeit verdrängt Spiegel Online

Kaum ein Medium profitierte in Deutschland so sehr von Apples iPhone- und iPad-Werbekampagnen wie Spiegel Online. Bereits bei den ersten Spots im Herbst 2007 zeigte T-Mobile anhand von SpOn, wie gut man mit dem neuem Smartphone surfen kann. Auch zur Tablet-Einführung wurden die Hamburger prominent präsentiert. Zur Weihnachtskampagne featured Apple nun in seinen aktuellen Clips jedoch nicht mehr den Spiegel oder eine Springer-App, sondern die Angebote von Zeit Online.

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Im Gegensatz zur Spiegel-Werbung im Frühjahr ist die Präsentation des Zeit-Angebots auch nicht Teil eins Deals mit Apple. "Dass Apple sogar zweimal unsere Angebote zeigt, freut uns natürlich sehr. Apple hat sich selbst für die Darstellung unserer Produkte entschlossen und ist auf uns zugekommen; unserer tollen Präsenz liegt keine Kooperation zugrunde", sagt der Zeit Online-Geschäftsführer Christian Röpke. "Wir verstehen die Auswahl von Zeit Online als großes Kompliment an unsere Arbeit und unsere Marke".

Der neue iPhone-Werbespot feiert unter anderem die Zeit

Beim Spiegel gab es zum Verkaufsstart des Tablets noch die Absprache, dass man zeitgleich mit dem iPad-Launch auch eine eigene Applikation in den iTunes-Store bringt. Als Gegenleistung oder gerade deshalb waren an Litfaßsäulen und Busstationen die iPads inklusive Spiegel-Online-Screenshot plakatiert.
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Der T-Mobil-Spot von 2007

Der erste SpOn-Einsatz im Dienste der Apple-Werbung lief wohl noch ohne Absprachen. Als T-Mobile im Herbst 2007 anfing, das iPhone exklusiv in Deutschland zu vertreiben, produzierte der Mobilfunker einen TV-Clip, der über 30 Sekunden zeigt, wie gut man mit dem Handy durch Spiegel Online surfen kann. Damals war die Online-Tochter des Nachrichten-Magazins noch Marktführer unter den News-Portalen und Innovationstreiber. Den ersten Platz musste es mittlerweile an Bild.de abgeben und die Rolle als Innovationstreiber hat ihnen gerade Zeit Online abgenommen.

Der neue iPad-Clip zeigt unter anderem das Zeit-Magazin

Seit dem letzten Web-Relaunch im Herbst 2009 entwickelt Chefredakteur Wolfgang Blau das Online-Angebot der Wochenzeitung kontinuierlich weiter. Erst die herausragende Homepage-Renovierung, dann die konsequente Ausrichtung hin zu einem Debatten-Portal mit einer möglichst lebhaften und aktiven Community, gefolgt von dem Start der hoch gelobten Universal-App für iPhone und iPad. Letzter Coup der Berliner Online-Redaktion ist der Umbau der mobilen iPad-Webseite auf den HTML5-Standard. Die Folge: Die Browser-Version von Zeit-Online "fühlt" sich jetzt wie eine App an. So viel Innovationskraft freut Apple. Auch dafür sind die neuen Spots möglicherweise ein kleine Belohnung.

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