Stellenabbau bei der FR verschoben

Der angeblich geplante Stellenabbau bei der Frankfurter Rundschau verschiebt sich. Wie das Hamburger Abendblatt meldet, haben die Beschäftigten des defizitären Blattes dies wohl ihrem ehemaligen Herausgeber Konstantin Neven DuMont zu verdanken. Der hatte vor kurzem bemängelt, dass die FR "tief in den roten Zahlen" stecke, weil man dort "alles schon viel zu lange" habe "laufen lassen". Weiter sagte er, dass "in den nächsten Monaten" noch "einiges passieren" werde.

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Der Aufsichtsrat der Frankfurter soll nun für seine Sitzung am 2. Dezember die Tagesordnung geändert haben – da wollte er ursprünglich über den Personalabbau diskutieren. Doch laut dem Hamburger Abendblatt soll der Eindruck vermieden werden, das Gremium sei der "Erfüllungsgehilfe Neven DuMonts". Zudem ist der Verlegersohn Konstantin seit einigen Tagen nicht mehr im Impressum als Herausgeber der Zeitung aufgeführt.
Kurzfristig schließt FR-Geschäftsführer Karl-Heinz Kroke Entlassungen aus. Für die fernere Zukunft ist der Personalabbau jedoch nicht vom Tisch. Von 25 bis 40 Stellen, vor allem in der Redaktion, ist die Rede. Der Plan von M. DuMont Schauberg ist es laut dem Abendblatt, die überregionale Berichterstattung künftig nahezu komplett von der ebenfalls zum Verlagshaus gehörenden Berliner Zeitung erledigen zu lassen.
Grund für die angeblichen Entlassungen dürfte die dramatische wirtschaftliche Entwicklung der Frankfurter Rundschau sein. 2008 betrug der Verlust laut taz.de 16,8 Millionen Euro, 2009 dürfte er noch darüber gelegen haben. Der Redaktion drohen Einsparungen in Millionenhöhe. Auch die Auflage der Zeitung befindet sich seit Jahren in einem Sinkflug. Zurzeit beträgt sie 132.232 Exemplare. Im Vergleich zum Vorjahresquartal ist das ein Rückgang um zehn Prozent, im Fünf-Jahres-Trend beträgt das Minus sogar 18 Prozent. Die Zahl der Abonnenten verringerte sich um fast ein Drittel (Minus 31 Prozent).

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