Comic-Avatare bei Facebook rechtswidrig

Bei Facebook tummeln sich seit ein paar Tagen hunderte Comic-Avatare. Zahlreiche Nutzer des Social Networks sind einem Aufruf gefolgt und haben ihre normalen Profilfotos durch Bilder von Zeichentrickhelden aus Jugendtagen ausgetauscht. Der harmlose Spaß könnte theoretisch juristische Folgen haben. Rechtsexperten halten die Nutzung der Motive für illegal. Firmen, die die Rechte an den Comicfiguren besitzen, könnten dagegen vorgehen. Dass dies tatsächlich geschieht, ist aber unwahrscheinlich.

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"Juristisch betrachtet ist die Verwendung dieser Bilder rechtswidrig, da diese rechtlich geschützt sind", erklärt Internet-Rechtsexperte Johannes Öhlböck im Gespräch mit Futurezone.at. Er gehe jedoch nicht davon aus, dass die Rechteinhaber – Film- und Vertriebsstudios – eine Klagewelle lostreten werden. "Erstens sind die Personen schon aufgrund des kurzen Zeitraums nur sehr schwer zuordbar und greifbar. Aufgrund der fehlenden wirtschaftlichen Dimension ist der Aufwand zudem viel zu hoch."
Allerdings sollte laut Öhlbock niemand auf die Idee kommen, seinen Facebook-Account mit einem Comic-Avatar zu versehen und das Profil dann für kommerzielle Zwecke  nutzen. "Das Internet ist ja kein rechtsfreier Raum. Insofern muss jeder damit rechnen, dass er für seine Äußerungen und Aktivitäten im Web zur Verantwortung gezogen wird", warnt Öhlbock.
Die Massenbewegung mit den Comic-Bildchen haben die Portugiesen Xiko Rodrigues und Filipa Fonseca ins Leben gerufen. Über 250.000 Nutzer haben bereits angegeben, mitzumachen, die tatsächliche Zahl dürfte noch deutlich darüber liegen, da die Aufforderung wie ein Online-Kettenbrief weitergeleitet wird. Wegen des Erfolgs der Aktion haben die Initiatoren den Zeitraum mittlerweile bis zum 30. November verlängert. Ursprünglich sollten die Comic-Bildchen schon am 18. November wieder verschwinden.

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