Hombach: Medien-Politik ist ignorant

WAZ-Geschäftsführer Bodo Hombach beklagt ein Versagen der Parteien gegenüber der Online-Sphäre: "Die Ignoranz der Politik macht mich fassungslos." Man beschäftige sich mit Hingabe mit den alten Medien, nicht mit der "Onlinewelt, die unsere gesellschaftlichen Werte häufig auf den Kopf stellt, unsere Medienlandschaft revolutioniert". Dort seien "Persönlichkeitsrechte und Urheberrechte nicht durchgesetzt".

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Im Interview mit dem österreichischen "Standard" vergleicht Hombach das Verhalten der Politiker beim Thema Medien so: "Wie Generäle, die im Sandkasten historische Schlachten mit Zinnsoldaten nachspielen, befasst sie sich mit überholten Themen." Daneben rolle "eine Welle, in der nicht mehr gilt, was der Medienpolitik gut und teuer war."

Die Stoßrichtung der Klagen des früheren SPD-Ministers und Wahlkampfstrategen ist klar: Mehr Kontrolle des Internets. Eine Debatte müsse beginnen über "Persönlichkeitsschutz, die wirksame Korrektur von Falschmeldungen und Diffamierungen, die Fragen wie: Gibt es einen Radiergummi im Internet."

Zugleich verabschiedet sich Hombach ("ich hatte die Hoffnung auf eine neue Medienkultur durch Blogger") von Ideen über "Bürgerpartizipation und völlig neue Formen der Mitwirkung", die früher "aus der Feder gekommen" seien: "Die Realität ist leider eine andere. Anonymität verführt zur Beliebigkeit. Der Wahrheitsgehalt ist zu oft fragwürdig."

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