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Google-Angriff: Facebook erfindet E-Mail neu

Die Groß-Offensive geht weiter: Quasi im Wochenrhythmus macht sich Facebook daran, die Internet-Welt umzukrempeln. Nach immer neuen Privatsphäre-Einstellungen und mobilen Ortungs-Erweiterungen will das weltgrößte Social Network nun die Email neu erfinden. Natürlich verpackte Facebook seine ambitionierte Produktvorstellung anders, doch im Kern zielt sie genau darauf: Die Art und Weise, wie wir digital mit einander kommunizieren, gehört verbessert, findet Facebook - und führt einen Unified Message-Dienst ein.

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Manchmal sind die leisen Worte und ausführlichen Höflichkeiten die schärfsten Kampfansagen: Man wolle Googles Emaildienst Gmail gar nicht angreifen, erklärte Facebook-Gründer Mark Zuckerberg heute auf einer Presseveranstaltung in der Konzernzentrale in Palo Alto. Das neu vorgestellte Message System arbeite sogar gut mit Gmail zusammen.

Was Zuckerberg nicht sagte, aber meinte: Es ist eben nur die nächste Entwicklungsstufe der digitalen Kommunikation, die Gmail und den hart gefloppten Multi-Message-Nachfolger Wave ziemlich alt aussehen lassen könnte. Es geht Zuckerberg darum, zusammenzuführen, was inzwischen mehr als 500 Millionen Mitglieder miteinander austauschen – und das immer mehr, immer schneller, auf immer mehr Geräten und Plattformen.

Zuckerberg beerdigt die Email: "Einfach zu langsam"

In anderen Worten: Es geht um Kommunikation der nächsten Ebene. Und die findet eben inzwischen auf allen Kanälen statt – SMS, Instant Messaging inklusive. "Email ist einfach zu langsam", versucht Zuckerberg die seit 15 Jahren vorherrschende elektronische Kommunikationsnorm zu beerdigen – und damit einen ihrer führenden Anbieter, Gmail, gleich mit.

Das neue Facebook-Message-System soll kommunikativ alles können – und das gleichzeitig. Im Zentrum stehen drei große Verbesserungen: Das nahtlose Verschicken von Nachrichten, der übersichtlichere Gesprächsverlauf und eine klarere Unterteilung von wichtigen und unwichtigen Nachrichten über die "Social Inbox", das soziale Postfach. 

Harter Angriff auf Google und Apple: Email mit Kultendung @Facebook.com

Ganz nebenbei launcht Facebook für seinen Kommunikationsdienst das eigentliche Killerfeature: nämlich die heiß ersehnte Email-Adesse mit @facebook.com-Endung. Schon jetzt scheint klar, dass der eigene Name mit Facebook-Endung im Email-Postfach Begehrlichkeiten wecken, wenn nicht zum neuen Kultstatus werden dürfte. Deutsche Nutzer müssen bis zum Start des Mail-Services noch etwas warten, können aber hier bereits eine Einladung beantragen.

Ganz nebenbei hat Facebook damit seine Mail-Funktion physisch vom geschlossenen Social Network entkoppelt. Das boomende Social Network hat nach dem Like-Button in diesem Jahr schin das zweite trojanische Pferd auf das alte Internet der Google-Welt losgelassen. Aber auch Apple, das für seinen Message-Dienst MobileMe sogar Jahresgebühren von 99 Dollar verlangt, dürfte künftig Argumentationsprobleme bekommen.

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