Sky: Das Prinzip Hoffnung lebt wieder

Und es tut sich doch etwas: Die völlig angeschlagene Sky-Aktie vollführte am heutigen Handelstag ein wahres Kursfeuerwerk – um mehr als 12 Prozent schoss das im MDax geführte Papier des deutschen Pay-TV-Anbieters nach oben. Auslöser für die Kursexplosion waren besser als erwartete Quartalszahlen. Allerdings sollte die kurzfristige Erholung nicht über die weiter angespannte Lage bei der Münchener Murdoch-Beteiligung täuschen: Sky bleibt mit hohen Verlusten ein Sanierungsfall.

Anzeige

Und es tut sich doch etwas: Die völlig angeschlagene Sky-Aktie vollführte am heutigen Handelstag ein wahres Kursfeuerwerk – um mehr als 12 Prozent schoss das im MDax geführte Papier des deutschen Pay-TV-Anbieters nach oben. Auslöser für die Kursexplosion waren besser als erwartete Quartalszahlen. Allerdings sollte die kurzfristige Erholung nicht über die weiter angespannte Lage bei der Münchner Murdoch-Beteiligung täuschen: Sky bleibt mit hohen Verlusten ein Sanierungsfall.  

Ist das der lang ersehnte Turnaround? Seit Jahren kennt die Sky-Aktie nur eine Richtung – steil gen Süden. Gar in die Niederungen der Pennystocks stieg der so selbstbewusste Münchener Pay-TV-Sender in diesen Jahr ab und markierte im Oktober ein trauriges Allzeittief bei 81 Cent – ein Debakel für einen Medienkonzern, der dem ruhmreichen Medientycoon Rupert Murdoch inzwischen fast zur Hälfte gehört.

Kommt nun endlich zwei Jahre nach News Corps Erst-Investment jener Schwung in den Münchner Bezahl-Fernsehsender, den sich Aktionäre so sehnlichst herbeiwünschen? Die heute vorgelegten Unternehmenszahlen für das dritte Quartal schüren zumindest das Prinzip Hoffnung: Sie sind deutlich besser als die Bilanz vor einem Jahr und auch als die meisten Analysten es erwartet hatten.

Die Kunden kehren zurück: Sky schlägt Analystenschätzungen"

"Nur" noch 89,3 Millionen Euro verlor Sky zwischen Juli und September – vor einem Jahr  waren es noch 116,7 Millionen Euro gewesen. Analysten hatten im Durchschnitt mit einem Minus von 98 Millionen Euro gerechnet.

Auch die Umsätze entwickelten sich mit 243 Millionen Euro deutlich besser: Im Vorjahreszeitraum waren es noch 208 Millionen Euro, Analysten hatten mit 234 Millionen Euro gerechnet. Mehr noch: Mit Zuwachs von 45.000 Neukunden konnte Sky die 2,5-Millionenmarke bei den Abonnenten wieder zurückerobern – die Kunden kehren zurück. 

Analysten wollen 3 Millionen Kunden sehen

Dennoch ist es für eine Entwarnung des stark defizitär arbeitenden Pay-TV-Anbieters noch viel zu früh. Fast 1 Million Euro verliert Sky weiter – pro Tag. Das ist immer noch mehr als ein Drittel des Umsatzes.

Entsprechend aggressiv formulieren Analysten die Zielmarke, die zu einer Profitabilität nötig wäre: Laut Commerzbank-Medieanalyst Dirk Voigtländer müsste vorne die 3 stehen: "Für schwarze Zahlen unterm Strich müssten es schon gute drei Millionen Kunden sein", erklärte Voigtländer heute im Anschluss an die Zahlen dem Finanzinformationsdienst dpa-AFX. Sky bleibt damit eine spekulative Wette auf den Turnaround – mehr noch nicht.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige