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Rekordkurs: Springer hat Krise abgehakt

Axel Springer beeindruckt weiter mit Top-Zahlen: Im dritten Quartal legte der Medienkonzern weiter zu und ist nach eigener Einschätzung "auf der Zielgeraden, um die zuletzt im Juli 2010 angehobenen Rekord-Ziele für das Gesamtjahr" zu erreichen. Der Gesamtumsatz stieg begünstigt durch Zukäufe von Januar bis September um deutliche um 10 Prozent, der Vorsteuergewinn erreichte im selben Zeitraum mit EUR 385,8 Mio. einen neuen Rekordwert. Rückläufig sind dabei die Umsätze im Print-Inlandsgeschäft.

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Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verbesserten alle operativen Segmente ihre Profitabilität. Laut Verlagsmitteilung zahlten sich dabei die "antizyklischen Investitionen in die Marken" hier ebenso aus wie Wachstumsbeiträge der digitalen und internationalen Aktivitäten. Darüber hinaus habe man von "anhaltender Kostendisziplin und positiven Ertragseffekten aus Portfoliobereinigungen" profitiert. Der Vorstand geht nun davon aus, im Gesamtjahr einen deutlichen Umsatzanstieg und ein EBITDA in der Größenordnung des Allzeithochs aus dem Geschäftsjahr 2008 (EUR 486,2 Mio.) zu erreichen.
In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres steigerte Axel Springer das um Sondereffekte und Kaufpreisallokationen bereinigte Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) um 45,9 Prozent auf EUR 385,8 Mio. (Vj.: EUR 264,5 Mio.). Die EBITDA-Rendite legte im gleichen Zeitraum von 14,0 Prozent auf 18,6 Prozent zu. Um Konsolidierungseffekte bereinigt, erreichte Axel Springer in den ersten neun Monaten 2010 ein Umsatzplus von 2,3 Prozent. Einschließlich der Konsolidierungseffekte verzeichnete Axel Springer beim Konzernumsatz einen Zuwachs von 10,0 Prozent auf EUR 2.075,3 Mio. (Vj.: EUR 1.886,2 Mio.). Im dritten Quartal konsolidierte Axel Springer erstmals die von Ringier eingebrachten Gesellschaften in das Joint Venture Ringier Axel Springer Media. Das Joint Venture für das Osteuropageschäft trug maßgeblich zum Umsatz- und Ergebniswachstum des Segments Print International bei.
Der Anteil der Auslandserlöse am Gesamtumsatz erhöhte sich auf Neunmonatssicht von 20,0 Prozent auf 26,9 Prozent. Die Auslandserlöse legten um 48,3 Prozent auf EUR 559,2 Mio. (Vj.: EUR 377,1 Mio.) zu. Hierzu trugen neben den erweiterten Aktivitäten in Osteuropa auch die Akquisitionen im digitalen Geschäft bei.
Mit einem Umsatzanstieg von 62,6 Prozent im Segment Digitale Medien und einem Plus von 19,4 Prozent im Segment Print International konnte der Konzern rückläufige Erlöse bei den inländischen Printmedien erneut überkompensieren.
Auf der Ertragsseite entwickelten sich alle operativen Segmente laut Springer "erfreulich": Die inländischen Zeitungen und Zeitschriften blieben mit EBITDA-Renditen im Neunmonatszeitraum von mehr als 20 Prozent hoch profitabel. Das Segment Print International erreichte nach einem kräftigen Umsatz- und Ertragssprung mit 13,0 Prozent die höchste EBITDA-Rendite seit seiner Bildung Anfang 2008. Die digitalen Medien konnten ihr EBITDA mehr als verdoppeln und die EBITDA-Rendite auf 11,1 Prozent verbessern.
Vorstandschef Mathias Döpfner über die Bilanz: „Axel Springer ist erneut digitaler und internationaler geworden, und im deutschen Printgeschäft liefern unsere reichweitenstarken Marken weiterhin hohe Ergebnisbeiträge. Gleichzeitig haben unsere schnell wachsenden digitalen Medien auch auf der Ertragsseite kräftig zugelegt. Insgesamt hat Axel Springer bereits nach neun Monaten einige der Ziele übertroffen, die wir uns zum Jahresbeginn für das Gesamtjahr 2010 gesteckt hatten. Wir sind daher zuversichtlich, dass wir das im Juli angehobene Ergebnisziel in der Größenordnung unseres Rekordergebnisses aus dem Jahr 2008 erreichen können."
Deutlicher Anstieg der Werbeerlöse
Axel Springer steigerte die Werbeerlöse in den ersten neun Monaten um 21,4 Prozent auf EUR 965,9 Mio. (Vj.: EUR 795,4 Mio.). Hierzu trug vor allem das deutliche Erlöswachstum der digitalen Medien bei. Die Vertriebserlöse gingen angesichts marktüblich rückläufiger Auflagen bei den Printmedien um 2,0 Prozent auf EUR 867,0 Mio. (Vj.: EUR 884,5 Mio.) zurück.
Der Konzernüberschuss belief sich im Berichtszeitraum auf EUR 257,6 Mio. (Vj.: EUR 317,0 Mio.). Bereinigt um wesentliche nicht-operative Effekte stieg der Konzernüberschuss um 85,3 Prozent auf EUR 241,0 Mio. (Vj.: EUR 130,1 Mio.). Das Ergebnis je Aktie erreichte in den ersten Monaten EUR 8,12 (Vj.: EUR 10,47), das bereinigte Ergebnis je Aktie lag mit EUR 7,43 deutlich über dem Vorjahreswert von EUR 4,02.
Segmente: Ergebnisverbesserungen in allen operativen Segmenten
Das Segment Zeitungen National blieb mit einer EBITDA-Rendite von 26,3 Prozent hochprofitabel. Der Segmentumsatz ging um 1,9 Prozent auf EUR 874,3 Mio. (Vj.: EUR 891,0 Mio.) zurück. Maßgeblich waren hier geringere Vertriebserlöse, die sich um 2,6 Prozent auf EUR 463,0 Mio. (Vj.: EUR 475,2 Mio.) verminderten. Die Werbeerlöse lagen mit EUR 389,5 Mio. nahezu auf dem Niveau des Vorjahres (EUR 394,7 Mio.) und spiegelten eine im dritten Quartal nach der Fußball-WM erwartungsgemäß nachlassende Dynamik im Print-Anzeigenmarkt wider. Trotz des moderaten Umsatzrückgangs lag das EBITDA um 12,0 Prozent über dem Vorjahr und legte auf EUR 230,3 Mio. (Vj.: EUR 205,6 Mio.) zu.
Mit einer Umsatzsteigerung um 62,2 Prozent und einem Anteil am Gesamtumsatz von 24,3 Prozent unterstrich das Segment Digitale Medien seine Rolle als Wachstumsmotor des Konzerns. Zur Umsatzsteigerung von EUR 310,1 Mio. auf EUR 504,3 Mio. trugen vor allem die Akquisitionen StepStone und Digital Window (einschließlich buy.at) bei. Neben Konsolidierungseffeken legten bei den bestehenden Aktivitäten insbesondere die Content-Portale und die Online-Marktplätze zu. Das Segment erhöhte die Werbeerlöse um 75,6 Prozent auf EUR 388,3 Mio. (Vj.: EUR 221,1 Mio.) und die übrigen Erlöse um 30,3 Prozent auf EUR 116,0 Mio. (Vj.: EUR 89,0 Mio.). Das EBITDA des Segments stieg von EUR 23,6 Mio. auf EUR 56,1 Mio. und die EBITDA-Rendite verbesserte sich von 7,6 Prozent auf 11,1 Prozent.
Das Segment Zeitschriften National erreichte in den ersten neun Monaten 2010 eine deutlich höhere Profitabilität als im Vorjahr. Das EBITDA nahm um 67,7 Prozent auf EUR 78,6 Mio. (Vj.: EUR 46,9 Mio.) zu, die EBITDA-Rendite erreichte einen Wert von 22,2 Prozent (Vj.: 12,1 Prozent). Ergebnisverbesserungen bei den Programm-, Auto-, Computer- und Sportmedien trugen dazu ebenso bei wie die Konzentration des Titelportfolios und die im Vorjahr umgesetzten Maßnahmen zur Kostenbegrenzung. Der Umsatzrückgang um 8,3 Prozent auf EUR 354,4 Mio. (Vj.: 386,5 Mio.) ist überwiegend auf die Veräußerung der Frauen- und Jugendzeitschriften sowie der Finanz- und Wirtschaftstitel zurückzuführen. Bereinigt um Konsolidierungseffekte lag der Segmentumsatz lediglich 2,3 Prozent unter dem Vorjahreswert. Die Vertriebserlöse der inländischen Zeitschriften beliefen sich auf EUR 241,5 Mio. (Vj.: EUR 270,3 Mio.), konsolidierungsbereinigt gingen sie um 4,8 Prozent zurück. Die Werbeerlöse beliefen sich auf EUR 96,4 Mio. (Vj.: EUR 102,4 Mio.), konsolidierungsbereinigt erreichten sie das Niveau des Vorjahres.
Die Aktivitäten des Segments Print International haben sich durch die erstmalige Einbeziehung der von Ringier eingebrachten Gesellschaften in das Joint Venture Ringier Axel Springer Media zum 1. Juli 2010 deutlich erweitert. So ist Axel Springer durch das Joint Venture erstmals in Serbien und der Slowakei vertreten. In der Tschechischen Republik hat sich das Titelportfolio durch die eingebrachten Aktivitäten von Ringier deutlich vergrößert. Diese Geschäftserweiterung trug maßgeblich zum Anstieg des Segmentumsatzes um 19,4 Prozent auf EUR 268,5 Mio. (Vj.: 224,9 Mio.) bei. Für den ungarischen Markt steht die kartellrechtliche Genehmigung für die Einbringung in das Joint Venture noch aus. Konsolidierungsbereinigt legten die Segmenterlöse um 5,0 Prozent zu. Im dritten Quartal schlug sich der Effekt der Einbeziehung des Joint Ventures mit einem Umsatzanstieg um 55,8 Prozent noch deutlicher nieder. Im Neunmonatszeitraum stiegen die Vertriebserlöse der internationalen Zeitungen und Zeitschriften um 16,9 Prozent auf EUR 162,5 Mio. (Vj.: EUR 139,0 Mio.) und die Werbeerlöse um 18,7 Prozent auf EUR 91,7 Mio. (Vj.: EUR 77,2 Mio.). Durch die Einbeziehung der von Ringier in das Joint Venture Ringier Axel Springer Media eingebrachte Gesellschaften, Wachstumseffekte in weiteren Auslandsmärkten und positive Wirkungen der im letzten Jahr umgesetzten Kostensenkungsmaßnahmen verbesserte sich das EBITDA erheblich von EUR 3,1 Mio. auf EUR 34,8 Mio. Die EBITDA-Rendite belief sich in den ersten neun Monaten auf 13,0 Prozent (Vj.: 1,4 Prozent).
Nach Verlagsangaben ist Axel Springer zum Ende des dritten Quartals netto schuldenfrei und verfügt über eine Nettoliquidität von EUR 39,0 Mio. (31.12.2009: Nettoverschuldung von EUR 193,0 Mio.). Die Eigenkapitalquote verbesserte sich von 40,8 Prozent zum Jahresende 2009 auf 48,8 Prozent. Axel Springer beschäftigte in den ersten neun Monaten im Durchschnitt 11.387 Mitarbeiter (Vj.: 10.757). Wesentlicher Grund für den Anstieg um 5,9 Prozent ist die Einbeziehung von StepStone und Digital Window sowie vor allem die erstmals eingebrachten Gesellschaften des Joint Ventures mit Ringier in Osteuropa.

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