PR-Schaffende sind Twitter-Muffel

Sie nennen sich Kommunikationsprofis, aber die Präsenz auf Social-Media-Plattformen ist für viele Unternehmen und PR-Agenturen noch immer keine Selbstverständlichkeit. Zwei Drittel der Firmen und drei Viertel der PR-Agenturen sind bisher im Web 2.0 vertreten. Das ist das Ergebnis des PR-Trendmonitors 2010 von news aktuell und Faktenkontor. Für 63 Prozent aller PR-Fachleute ist der Einsatz von Twitter und Co. in ihrem Job die größte Herausforderung, danach folgt die personelle Ausdünnung in den Redaktionen.

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52 Prozent der Befragten aus den Pressestellen und 53 Prozent aus Agenturen betrachten die Stellenstreichungen kritisch. Überraschend, könnte man doch vermuten, dass gerade die Einsparung von Journalisten ein größeres Interesse an PR-Material in den Redaktionen nach sich zieht. Web-Monitoring ist das dritte Thema, dass den Kommunikatoren zur Zeit unter den Nägeln brennt. Knapp 40 Prozent aller Pressesprecher und knapp die Hälfte aller Agenturmitarbeiter (46 Prozent) setzt die Tatsache, Erfolgsnachweise liefern zu müssen, stark unter Druck.
Fast ein Drittel aller Pressestellenvertreter gibt an, dass das eigene Unternehmen auf keiner Plattform zu finden ist (31 Prozent). Die Zahl der Agenturen, die keine eigene Social Media-Präsenz haben, liegt mit 25 Prozent nur knapp darunter. Im Branchenvergleich müssen vor allem Verbände und Verwaltungen kräftig nachlegen. Sie verzichten überdurchschnittlich oft auf eine Selbstdarstellung in sozialen Netzwerken (38 Prozent).
Insbesondere in Sachen Twitter zeigt die Studie, dass PR-Schaffende generell eher als Zwitscher-Muffel zu bezeichnen sind. Nur 16 Prozent aller Pressesprecher und PR-Fachkräfte nutzen den Microblogging-Dienst täglich. Rund zwei Drittel twittern überhaupt nicht. Nur zwei Prozent checken morgens im Büro als erstes ihre Facebook- und Twitterkonten.
Laut Untersuchung haben die meisten Kommunikationsfachleute die Vorzüge sozialer Netzwerke dennoch erkannt. Mehr als jede dritte Pressestelle (43 Prozent) und Agentur (40 Prozent) pflegt ein eigenes Unternehmensprofil bei Facebook, fast ebenso viele kommunizieren offiziell via Twitter (Pressestellen: 40 Prozent, PR-Agenturen: 37 Prozent) oder nutzen YouTube als Präsentationskanal (Pressestellen: 31 Prozent,  PR-Agenturen: 12 Prozent). Gut jede zweite PR-Agentur pflegt zusätzlich einen Account bei XING (53 Prozent). Grundsätzlich tun PR-Agenturen gut daran, Social Media zu nutzen. Denn auch in Redaktionen ist das Web 2.0 als Arbeitstool etabliert. Zum Vergleich:  Jeder zweite Journalist setzt inzwischen auf Social Media.
Für das kommende Jahr erwartet jeder vierte Mitarbeiter einer Pressestelle (25 Prozent) eine Budget-Steigerung von bis zu zehn Prozent oder mehr. Auch Agenturmitarbeiter fiebern guten Zeiten entgegen: Weit mehr als jeder Dritte rechnet ebenfalls mit einem vergleichbaren Honorar-Zuwachs von bis zu zehn Prozent oder mehr (42 Prozent). Dabei zeigen Unternehmen und PR-Agenturen aus Leipzig den größten Optimismus: Über zwei Drittel sind von einem generellen Zuwachs überzeugt (67 Prozent). Verfolgt werden sie von Stuttgart (53 Prozent) und Hamburg (47 Prozent). Im Branchenvergleich kommt der Optimismus vor allem aus den Reihen des produzierenden Gewerbes (37 Prozent) sowie des Handels (29 Produzent). Bedenkenträger, die für das kommende Jahr Kürzungen voraussagen, sind in der Minderheit (Pressestellen: 13 Prozent, PR-Agenturen: 9 Prozent).
Gut drei Viertel aller Pressesprecher (77 Prozent) und gut zwei Drittel der Mitarbeiter in PR-Agenturen (68 Prozent) sind mit ihrer derzeitigen beruflichen Situation zufrieden oder sogar sehr zufrieden. Gründe dafür sind "interessante und vielseitige Aufgaben" (Pressestellen: 71 Prozent, PR-Agenturen: 70 Prozent), "Meine Arbeit bringt mir Spaß" (Pressestellen: 68 Prozent, PR-Agenturen: 70 Prozent) und "genügend Freiräume, um Arbeit kreativ zu gestalten" (Pressestellen: 60 Prozent, PR-Agenturen: 54 Prozent). Ein weiterer Grund für die Zufriedenheit? Für das kommende Jahr erwarten fast alle Kommunikatoren eine Steigerung ihres Bruttogehaltes um bis zu drei Prozent oder mehr (Pressestellen: 94 Prozent, PR-Agenturen: 95 Prozent).
Für den Trendmonitor 2010 wurden 2.270 Fach- und Führungskräfte aus PR-Agenturen und Pressestellen verschiedener Unternehmen online befragt. Die Erhebung fand zwischen dem 30. August und 13. September 2010 statt.

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