Anzeige

Arte baut 3D-Produktionen aus

Gute Zeiten bei Arte: Im laufenden Jubiläumsjahr hat der Kultur-Sender es durch Anpassungen in der Prime Time geschafft, seinen Marktanteil in der Abendzeit um 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu steigern. Auf der Jahrespressekonferenz in Hamburg sagte der scheidende Präsident Gottfried Langenstein, dass Arte mit dem Ausbau des Vormittagsprogramms nun als Vollprogramm wahrgenommen werde. Für 2011 soll das HD- und 3D-Angebot des Senders weiter ausgebaut werden, zudem stehe eine Applikation auf dem Plan.

Anzeige

Bereits im vergangenen Sommer hatte Arte zwei alte Krimis in 3D ausgestrahlt. "Hitchcock war ein wahnsinniger Erfolg", resümierte Langenstein, auch wenn es im Wesentlichen nur ein "Marketing-Experiment" gewesen sei. Für das kommende Jahr kündigt Programmdirektor Christoph Hauser zwei weitere Produktionen in der dritten Dimension an: Die Aufzeichnung des Konzerts von Marina and the Diamonds sowie das Werk von Werner Herzog über die Grotte von Chauvet. 2012 werde Arte zudem den angekündigten Kinofilm von Wim Wenders über die Choreographin Pina Pausch ausstrahlen.
Auch in Sachen Internet hat Arte viel vor. Interaktivität werde für den Sender immer wichtiger, sagte Langenstein. Der Internetauftritt werde im kommenden Jahr vor allem durch crossmediale Projekte weiter ausgebaut. Die Webpräsenz würde insbesondere von jüngeren Zuschauern gut angenommen. 4 Millionen Visits im Monat erzielt der Sender laut Sat+Kabel. Dies entspricht einem Anstieg von 27 Prozent gegenüber dem Vorjahr. "Arte Live Web ist der entscheidende Faktor", sagte Langenstein über den Konzert-Streaming-Kanal des Senders. Auch der Abrufdienst Arte+7, der ähnlich funktioniert wie die Mediatheken von ARD und ZDF, sei ein ernstzunehmender Kanal neben dem TV. Derzeit führe man mit Apple Verhandlungen, um das Programm auch auf i-Geräten verfügbar zu machen.
Im Februar 2011 wird der Sender die neue Online-Kreativplattform Arte Creativ starten. Die redaktionell betreute Webseite soll als interaktives Netzwerk für Künstler dienen und neben dem User-Generated-Content auch Inhalte aus Kooperationen von Hochschulen und Museen zeigen. Ausgesuchte Inhalte sollen zudem auch auf dem Sender ausgestrahlt werden.
Auch personell wird sich der deutsch-französische Sender im kommenden Jahr verändern: Langenstein gibt am 1. Januar turnusmäßig seinen Posten als Arte-Präsident an Véronique Cayla ab. Der 56-Jährige wird dem Sender aber als Vize-Präsident erhalten bleiben.
Angesichts der Zuschauerzahlen muss Arte sich allerdings mit der Bezeichnung Nischen-Sender noch immer zufrieden geben. Auch wenn sich der deutsch-französische Kulturkanal über die Jahre verbessert hat, erreicht Arte in Deutschland nicht mehr als einen Marktanteil von 0,7 Prozent im Gesamtpublikum. Zum Vergleich: Auch DMAX hatte im Oktober 0,7 Prozent. Sender wie Sport 1 und Nickelodeon kamen auf 0,8 Prozent, Viva und Eurosport lagen mit 0,5 Prozent aber dahinter.

Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige