Street View: Google patzt bei Pixelung

Der Deutschen liebstes Nörgelthema kommt nicht aus der Kritik: Google Street View. Zum Deutschlandstart überrascht der Suchriese mit einem technischen Patzer. Per Einspruch zu pixelnde Fassaden waren auf mobilen Endgeräten völlig unverpixelt zu sehen. Damit nicht genug: Die Justizminister wollen Google und Co. nach den 244.000 Einsprüchen fortan noch stärker kontrollieren. Die Rede ist von Bußgeldern von bis zu 50.000 Euro pro Fall. Selbst für einen Milliardenkonzern wie Google könnte das sehr schnell sehr teuer werden.

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Erst hatten sie kein Glück. Und dann kam auch noch das Pech dazu. So könnte man das beschreiben, was Google zum Start von Street View in Deutschland passiert ist. Nach den nicht enden wollenden Protesttiraden verlangen jetzt die Justizminister mehr Schutz vor Geodatendiensten. Die Bundesregierung will für Google und andere Betreiber eine Art Verhaltenskodex etablieren. Aus diesem Grund soll aus auf dem Herbsttreffen der Justizminister diese Woche ein brauchbares Widerspruchsrecht hervorgehen.

Bis zu 50.000 Euro Strafe
Darin soll es um einen ersten Ansatz einer Anonymisierung-Pflicht, eine geregelte Bekanntgabe vor der Datenerhebung und einer Strafregelung bei Verstößen gehen. Die Bußgelder für Verstöße sollten bei bis zu 50.000 Euro pro Fall liegen.  Bei der Masse an aufgenommenen Häuserfassaden könnten Klagewellen selbst einen Milliardenkonzern wie Google in die Bredouille bringen.   

Wie schnell es zu einer technischen Panne bei so vielen Datensätzen kommen kann, zeigt der jüngste Vorfall im Allgäu. fscklog‘>: In der mobilen Version von Street View auf dem iPad und dem iPhone waren sämtliche Häuserfassaden im beschaulichen Oberstaufen unverfälscht abgebildet. Nur in der Browserversion waren die entsprechenden Behausungen ordnungsgemäß gepixelt. Und das trotz der wochenlangen Debatte und dem breit angelegten Protest um die korrekte Verpixelung von Gebäuden.

"Dieses Bild wird überarbeitet"
Google hat inzwischen auf den Faux-Pas reagiert. Die entsprechenden Abschnitte, beispielsweise in der Bürgermeister-Hertlein-Straße, werden aktuell nicht mehr geladen. Anstelle der Aufnahme sieht der User nur ein schwarzes Bild mit dem Hinweis: "Dieses Bild wird derzeit überarbeitet und wird demnächst wieder zur Verfügung stehen." Dabei trägt das kleine Örtchen eigentlich selbst Schuld. Denn ursprünglich wollte Google mit den 20 deutschen Großstädten starten. Oberstaufen stand nicht auf dem Plan. Die PR-Abteilung des Bürgermeisters witterte aber die Gunst der Stunde und bat den Suchriesen, als erster deutscher Ort online zu gehen.

Abgesehen vom beschaulichen Oberstaufen fällt das Angebot zum Deutschlandstart recht mau aus. Aus den Metropolen gibt es nur kleine Areale, die über Street View begehbar sind – beispielsweise die Hamburger Köhlbrandbrücke. Flächendeckend will Google den Street-View-Dienst mit Panorama-Ansichten von Straßen der 20 größten Städte Deutschlands bis zum Jahresende fertigstellen.

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