dapd-Cheffotograf Kappeler geht zu dpa

Der nächste Coup von dpa-Chefredakteur Wolfgang Büchner im Ringen mit dem neuen Konkurrenten dapd: Mit Michael Kappeler wechselt ein prägender Kopf des dapd-Fotodienstes nach gut zehn höchst erfolgreichen Jahren zum Marktführer. Der 40-jährige wird zum 1. Januar 2011 neuer "Cheffotograf Basis" und "Koordinator der Cheffotografen der dpa-Bilderdienste". Für dapd-Chef Cord Dreyer ist das ein Tiefschlag: Foto dient bis heute als Aushängeschild seines Dienstes.

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Kappeler begann seine Karriere 1992 bei der Allgäuer Zeitung, die ihn zum Bildjournalisten ausbildete. Von 1997 an war er als freier Fotograf für die Nachrichtenagentur Reuters aktiv, bis er Anfang 2000 zur damaligen ddp wechselte und dessen Fotodienst zu erstaunlichen Erfolg verhalf. Zuletzt war er Cheffotograf des ddp-Fotodienstes und damit zweifellos ein prägender Kopf des Angebots. Während der einstige ddp, der im September dieses Jahres mit dem früheren AP-Deutschland zum neuen dapd verschmolzen wurde, mit seinen Textangeboten in der Presselandschaft nur mäßig ankam, machte der Fotodienst des ddp dem der dpa stets schwer zu schaffen – ein Achtungserfolg jagte den nächsten.

Bei der dpa soll Kappeler nun unter anderem dafür sorgen, dass die auf die deutschen Regionen verteilten Fotografen besser koordiniert werden als bisher. Pikant: Mit Kappeler wird, wie zu hören ist, auch dapd-Fotograf Henning Kaiser zur dpa wechseln und den Foto-Standort Köln verstärken. Auch Kaiser ist bereits seit etwa zehn Jahren beim heutigen dapd und für Dreyer damit ein großer Verlust. Zu erfahren ist allerdings auch, dass der dapd seinen langjährigen fest-freien Mitarbeiter Kaiser nicht in eine Festanstellung überführen wollte und ihn damit in die Hände des Marktführer laufen ließ.

Mit diesen Personalien setzt sich eine deutliche Abwanderung von dapd-Spitzenjournalisten zur dpa fort: Zu Büchner waren zuvor bereits die ehemaligen AP-Vize Froben Homburger und Peter Zschunke gewechselt sowie AP-Wirtschaftschefin Antje Homburger. Dreyers Bilderdienst bleibt indes Dirk von Borstel als Chefredakteur des dapd-Bilderdienstes erhalten. Auch er hat freilich zum Erfolg des einstigen ddp-Vorzeigeangebots erheblich beigetragen und dient nun als Konstante an der Spitze des dapd-Fotoangebots.
Aktualisierung 31. Oktober: Die Meldung wurde berichtigt, um klarzustellen, dass dem dapd-Fotodienst mit Dirk von Borstel der Chefredakteur erhalten bleibt. Außerdem ist nicht mehr vom Produkt ddp images die Rede, der eine Verkaufsagentur des dapd-Fotoarchivs ist, sondern vom dapd-Fotodienst.

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