Microsoft: Milliarden aus der alten Welt

Das Imperium schlägt zurück: Viel Häme hat Microsoft zuletzt einstecken müssen, nachdem die schier ewige Nummer eins der Technologiebranche von Apple überholt wurde. Auch wenn Microsoft an der Börse nicht mehr so viel wert ist und umsetzt wie Apple – verdient wird in Redmond immer noch mehr als in Cupertino. Das unterstrich die neue Bilanz für das erste Geschäftsquartal. Einen Makel hat das Zahlenwerk indes: Die Milliarden-Gewinne stammen ausschließlich aus dem Software-Geschäft – im Internet verliert Microsoft weiter Geld.

Anzeige

Das Imperium schlägt zurück: Viel Häme hat Microsoft zuletzt einstecken müssen, nachdem die schier ewige Nummer eins der Technologiebranche von Apple überholt wurde. Auch wenn Microsoft an der Börse nicht mehr so viel wert ist und umsetzt wie Apple – verdient wird in Redmond immer noch mehr als in Cupertino. Das unterstrich die neuste Bilanz für das abgelaufene erste Geschäftsquartal. Einen Makel hat das Zahlenwerk indes: Die Milliarden-Gewinne stammen ausschließlich aus dem Software-Geschäft – im Internet verliert Microsoft weiter Geld.

Der Stachel saß tief: Ganze fünf Mal wurde das einst wertvollste Unternehmen der Welt im Oktober von den Investmentbankern der Wall Street zurückgestuft – Goldman Sachs, Barclays, Pacific Crest, FBR und Jenney Capital hatten in den vergangenen Wochen den Daumen gesenkt und ihre Prognosen für den Redmonder Software-Riesen zurückgenommen.

Dass das vielleicht ein Fehler war, unterstrich die erste Bilanz für das neue Geschäftsjahr, die Microsoft nach Handelsschluss an der Wall Street veröffentlichte. Unterm Strich standen satte Gewinne in Höhe von 5,4 Milliarden Dollar oder 62 Cent je Aktie.  Damit wurden die Analystenschätzungen, die noch bei 55 Cent je Anteilsschein gelegen hatten, deutlich übertroffen.

Auch die Umsätze lagen mit 16,2 Milliarden Dollar deutlich über den Prognosen der Volkswirte, die noch von Erlösen in Höhe von 15,8 Milliarden Dollar ausgegangen waren.    

Microsoft erlöst erstmals weniger als Apple

So weit, so erfreulich für das Dow Jones-Mitglied, dessen Aktie seit Januar um 14 Prozent unter Wasser liegt – nachbörslich schickten Anleger das Papier um fast 4 Prozent auf 27,20 Dollar nach oben.

Im Kopf-an-Kopf-Rennen mit Apple konnte sich Microsoft auch noch einmal über einen Triumph freuen: Mit 5,4 Milliarden Dollar verdiente der Softare-Riese immerhin noch 1 Milliarde mehr als die Hardware-Schmiede.

Doch nach Umsätzen haben sich die Kräfteverhältnisse von Redmond nach Cupertino verschoben – und das sehr deutlich. Mit 16,2 Milliarden Dollar verdiente Microsoft in einem Quartal erstmals seit mehr als zwei Jahrzehnten weniger als Apple – und zwar gleich rund 4 Milliarden Dollar, nachdem Apple vor zehn Tagen den Rekordquartalsumsatz von 20,3 Milliarden Dollar vermeldet hatte. Die Wachablösung zwischen den Tech-Pionieren wird nun also auch von der Geschäftsentwicklung untermauert.

Knackpunkt: Microsoft verliert im Internet mehr Geld als es umsetzt

Doch noch eine andere Sache sollte in Redmond die Alarmsirenen schrillen lassen. Der stolze Unternehmensgewinn ist ausschließlich den Verdiensten der langjährigen Erfolgsprodukte geschuldet – der Windows- und Business-Sparte (inklusive Office-Paket), die zusammen fast 10 Milliarden Dollar erlösten. Weitere 6 Milliarden kamen durch die Geschäftsbereiche ‚Server & Tools‘ sowie die Entertainment-Sparte, zu der auch die Xbox gehört, zusammen.     

Und dann waren da noch Erlöse in Höhe 527 Millionen Dollar für den Online-Bereich, inklusive Bing und MSN. Das ist mit gerade mal drei Prozent am Gesamtumsatz nicht nur verschwindend wenig – die Internet-Aktivitäten sind auch noch ein krachendes Verlustgeschäft. Ein happiges Minus von 560 Millionen Dollar schlug in den 91 Tagen zwischen Anfang Juli bis Ende September zu Buche. In anderen Worten: Microsoft verliert im Internet mehr Geld als es umsetzt.

Für eine Zukunft, in der die Preise für die Office- und Windows-Pakete irgendwann sinken oder gar durch Kostenlos-Angebote wie Googles Docs ersetzt werden könnten, ist das alles andere als eine gute Nachricht. Es bleibt dabei: Microsoft verdient weiter prächtig mit Produkten aus der 1.0-Welt.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige