Leif: „Afghanistan-Berichte sind beschämend“

Eine zentrale Figur des öffentlich-rechtlichen Journalismus hat offensichtlich die Schnauze voll. Auf einer Veranstaltung im fernen Rom maulte SWR-Chefreporter Thomas Leif, Afghanistan-Reporter aus dem eigenen Lager würden lieber die Presseoffiziere der Bundesregierung ausbilden, als ordentlich zu berichten. Gerade in Rage, wetterte der 51-Jährige gleich auch noch gegen horrende Ausgaben für Sport und Moderatoren, die zulasten des TV-Journalismus gingen.

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"Ist es eigentlich selbstverständlich, dass wir eine katastrophale öffentlich-rechtliche Berichterstattung aus Afghanistan haben, für die man sich schämen muss, und dass die Korrespondenten auch noch die Presseoffiziere der Bundeswehr ausbilden?", fragte Leif, der Gast einer Veranstaltung der Bundeszentrale für politische Bildung in Rom war. Und weiter: "Ist es überdies selbstverständlich, dass ARD und ZDF Phantomsummen für Sportrechte und einzelne Moderatoren ausgeben, dadurch aber kein Geld mehr für Dokumentationen haben?"

Leif, der den wöchentlichen SWR-Talk "2+Leif" moderiert sowie Chefreporter des Stuttgarter Senders und Vorsitzender des Netzwerk Recherche ist, bemängelte zudem die späten Sendezeiten für die übriggebliebenen hochwertigen journalistischen Filme. Dafür kritisierte er, dass "das ZDF seine exzellenten Dokumentationen um 1.40 Uhr in der Nacht zeigt und die ARD um 23.30 Uhr". Leif weiter: "Was haben wir denn für Gremienvertreter, dass sie einerseits für mehr Politik im Programm eintreten, dagegen aber nichts tun?"

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