Facebook: Kauft Steve Jobs sich ein?

Steve Jobs hat Cash, sehr viel Cash. Apple ist mit über 40 Milliarden Euro das vermögendste Technologieunternehmen der Welt. Trotzdem weigert sich der 55-Jährige hartnäckig, üppige Dividenden an seine Aktionäre auszuzahlen. Was würden Sie machen, wenn Ihre Geldbörse überquillt? Vermutlich shoppen. Oder für eine größere Anschaffung sparen. Das scheint zumindest bei Steve Jobs der Fall zu sein. Macht der Apple-Boss es Microsoft gleich und kauft sich bei Facebook ein?

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Steve Jobs hat Cash, sehr viel Cash. Apple ist mit einem Cash-Bestand von über 40 Milliarden Euro das vermögendste Technologieunternehmen der Welt. Trotzdem weigert sich der 55-Jährige hartnäckig, üppige Dividenden an seine Aktionäre auszuzahlen. Was würden Sie machen, wenn Ihre Geldbörse überquillt? Vermutlich shoppen. Oder für eine größere Anschaffung sparen. Das scheint zumindest bei Steve Jobs der Fall zu sein. Macht der Apple-Boss es Microsoft gleich und kauft sich bei Facebook ein?

Über 40 Milliarden Euro. Verdammt viel Geld, dass nur darauf wartet, ausgegeben zu werden. Schon im Februar dieses Jahres erklärte Jobs, warum Apple sein Geld hortet: "Wir sind inzwischen ein ziemlich großes Unternehmen, und um den Unterschied zu machen, muss man eben auch mal große, mutige Schritte machen. Und wer weiß, was hinter der nächsten Ecke wartet?" Jobs präzisierte: "Wenn wir in Zukunft einmal jemand übernehmen müssen, um das fehlende Puzzlestück zu finden, um etwas ganz großes Wirklichkeit werden zu lassen, dann könnten wir dafür einfach einen Scheck ausstellen."

"Wir sind auf der Hut"
Nun ist “Onkel Steve” durchaus dafür bekannt, seine Entscheidung nochmal über Bord zu werfen. Immerhin propagierte er bei der iPad-Vorstellung im Frühjahr, dass Netbooks nur kleine, schwache Notebooks sein. Und präsentierte uns nun seine Vorstellung eines Netbooks: das Macbook Air. Doch bei der von allzu viel Selbstbewusstsein geprägten Konferenz mit Investoren wiederholte‘>: “Wir sind fest davon überzeugt, dass in der Zukunft die eine oder andere strategische Möglichkeiten winkt. Wir sind in der einzigartigen Position, daraus einen Vorteil zu ziehen. Weil wir viel Cash besitzen. Aus diesem Grund sind wir auf der Hut.”

Dabei ist Apple bisher, im Gegensatz zu Google, nie als Großeinkäufer aufgetreten. Doch wenn eingekauft wird, dann auch richtig. Beispielsweise den Musikstreaming-Dienst Lala, um iTunes irgendwann aus der Cloud zu steuern. PA Semi, um eigene Prozessoren zu entwerfen. Liquidmetal, um robustere Geräte zu entwickeln.

Was ist dran am Facebook-Kauf?
Was ist also “das nächste große Ding”? Welches Unternehmen könnte auf dem Einkaufszettel stehen? Peter‘> grenzt die Möglichkeiten – meiner Meinung nach – sehr logisch auf einen Big Player ein. Es müsse ein Unternehmen sein, dass in großen Mengen Content verbreitet. Ein Unternehmen, dass zu groß sei, um es mit anderen Mitteln aus dem Weg zu schaffen. Ein Unternehmen, dass bereits mit Google konkurriere und Apple damit einen Vorteil verschaffen würde. Die recht einleuchtende, aber trotzdem verblüffende Antwort: Facebook.

Warum sollte Apple Facebook kaufen? Gehen wir ein paar Jahre zurück. In das Jahr 2007, als Facebook noch keine halbe Milliarde Mitglieder, sondern “nur” 50 Millionen aufweisen konnte. Zu dieser Zeit sicherte sich Microsoft für 240 Millionen US-Dollar einen Mini-Anteil von 1,6 Prozent an Facebook. Und stach damit Google aus. Der Suchmaschinenbetreiber hatte ebenfalls ein Angebot gemacht. Worum es bei Deals mit Facebook geht, ist die Aufmerksamkeit seiner User. Aufmerksamkeit, die sich mit offensiven Werbebannern nur sehr viel schwerer erkaufen lässt. Facebook bedeutet für die meisten User Freizeit und soziales Miteinander. Ein Umfeld also, in dem man sich gerne freiwillig bewegt und viel Zeit verbringt.

Microsoft stieg schon vor Jahren ein
Apple hätte das Geld, sich diese Aufmerksamkeit zu erkaufen. Und eventuell den Rivalen Microsoft auszubooten. Denn vor nicht einmal zwei Wochen gaben Microsoft und Facebook bekannt, bei der Internetsuche gemeinsame Sache zu machen. Einträge in der Trefferliste der Microsoft-Suchmaschine Bing sollen demnach mit Informationen von Freunden, Bekannten und Familienmitgliedern verknüpft werden. Damit will Microsoft seinen Abstand zu Google verringern. Die Internet-Suche stellt bislang einen Anteil von mehr als 50 Prozent im Milliarden-Geschäft der Online-Werbung. Je größer die Zahl der Nutzer, desto mehr Werbeanzeigen zieht eine Suchmaschine an. Nutzer hat Facebook genug.

Aber zurück zu Apple: Mit einem Scheck über 40 Milliarden Euro ließen sich weitaus mehr Anteile kaufen. Zum Hintergrund: Facebook ist nicht börsennotiert. Der Wert seines Unternehmens lässt sich daher nur indirekt zu schätzen. Die Bewertungen fallen dementsprechend unterschiedlich aus. Für 3,5 Prozent der Facebook-Anteile hat die russische Digital Sky Technologies Mitte 2009 300 Millionen Dollar auf den Tisch geblättert, Facebook würde damit auf einen Gesamtwert von "nur" rund 10 Milliarden Dollar kommen.

Jobs‘ Dinner mit Zuckerberg
Das Social Network wäre für Apple ein enormer Katalysator. Abgesehen von auf Werbekunden abgestimmte Werbung, könnte Facebook zur idealen Vertriebsplattform für Apple-Content mutieren. Ein Szenario: Apple liefert seine iTunes-Inhalte direkt in die entsprechenden Fan-Gruppen. Apps lassen direkt in Facebook shoppen. Meine Lieblingssongs werden aus der iTunes-Cloud direkt in Facebook überspielt. Ich kann sie posten, meine Freunde könnten sie mit einem Klick kaufen.

Das Apple Gefallen an sozialen Netzwerken hat, zeigt auch der Vorstoß mit Ping. Allerdings fühlte sich Zuckerberg vor den Kopf gestoßen, weil Apple ungefragt sein Netzwerk mit Facebook synchronisieren wollte. Sind die Unstimmigkeiten mittlerweile aus der Welt geschafft? Fest steht nur, dass sich die beiden Silicon-Valley-Größen zum Dinner in Jobs Villa trafen. Das berichtet die L.A. Times. Facebook CTO Bret Taylor ist zuversichtlich, dass beide gemeinsam an der Weiterentwicklung von Ping arbeiten, wie der San Francisco Chronicle berichtet. Aber warum sollte Zuckerberg helfen, ein Konkurrenzprodukt zu schaffen? Wäre ich an seiner Stelle, würde ich sagen: “Hey, hör auf damit. Das bringt doch nichts. Steig bei mir mit ein. Ich mach Dir ein Angebot.” Die Frage ist nur, wie viele Nullen auf dem Scheck stehen.

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