Klatsch-Erfolg: Bauer feiert 5 Jahre InTouch

Die InTouch-Redaktion kann sich gleich doppelt freuen: Am heutigen Donnerstag feiert das Magazin nicht nur seinen fünften Geburtstag, sondern auch die erfolgreiche Abwehr zweier ernsthafter Print-Herausforderer. Der Angriff von Burdas Chatter scheiterte nach nur wenigen Wochen. Die Klambt-Attacke mit Grazia auf InTouch und das Schwesternheft Life & Style verlief glimpflicher, als das Worst-Case-Szenario vorsah. Also kann Chefredakteur Tim Affeld erst einmal feiern und das Heft behutsam umbauen.

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Mit der Geburtstagsausgabe liegt die InTouch nun mit einer leicht überarbeiteten Optik, sprich einer großzügigeren Bildsprache und einer neuen Typographie, am Kiosk. „Fünf Jahre nach dem Start war es an der Zeit, das Heft an einigen Stellen zu modernisieren“, erklärt Affeld die Überarbeitung gegenüber MEEDIA. „Neben einer neuen Typo und moderneren Bildsprache starten wir einige neue Rubriken wie ‚Fotos, die uns bewegen…’, ‚Das haben die Stars in ihrer Handtasche…’ sowie ‚Die Party-Bilder der Woche’.“

Neue Rubrik: "So wild feiern die Stars"

Die Partybilder sind ein gutes Beispiel, wie InTouch seine Geschichten angeht. Viele People-Zeitschriften zeigen Fotos von wichtigen Events und Feiern. Doch anstatt Stars und Sternchen auf roten Teppichen zu präsentieren oder sie vor Werbewänden posend zu zeigen, sucht die Gossip-Redaktion genau die Bilder, die aus dem Rahmen fallen. So gibt es Fotos von den schlimmsten Abstürzen zu sehen, zum Beispiel ist eine besoffene Amy Winehouse oder ein Bild des "langweiligsten Abends" abgedruckt. Zu begutachten ist auch, wie Kate Moss bei einem Galadinner mit dem Schlaf kämpft.

Weitere neue Rubrik: "Bilder, die uns bewegen"

Diese neue Rubrik ist ein gutes Beispiel für den InTouch-Ansatz: Das Magazin ist bemüht, stets die "Stars als Menschen zu zeigen, die dieselben Probleme wie jeder andere auch haben. Ob Liebeskummer, Cellulitis oder Ärger im Beruf", erklärt Affeld. „LaToya Jackson hat einmal gesagt: Auf den Rücksitz einer Limousine weint es sich genauso bitterlich, wie in jedem anderem Auto." Praktisch bedeutet dies jedoch auch, dass das Heft oft versucht, Promis in peinlichen oder ungewöhnlich normalen Situationen zu zeigen.

Wütend wird der Chefredakteur allerdings beim Vorwurf, dass die Texte gehässig wären. "Dieser Vorwurf kommt meist von Leuten, die sich mit dem Heft nicht richtig auseinandergesetzt haben", sagt Affeld . „Wir zeigen zwar Bilder, auf denen die Stars nicht perfekt aussehen, wir greifen sie deshalb aber nicht an. In InTouch wird niemals stehen, dass es schlimm ist, Cellulite, Übergewicht oder unreine Haut zu haben. Viele junge Frauen stehen heutzutage unter einem enormen Druck, den von Werbung und Medien vorgegebenen Schönheitsidealen zu entsprechen. Wir wollen da für ein wenig Entlastung sorgen, in dem wir zeigen, dass die sonst so glamourösen Stars auch nicht immer perfekt sind.”

InTouch will hinter die PR-Maschinerie der Stars blicken
und schaut den Promis jetzt aber erst einmal in die Tasche

Mit dem Ansatz, die Stars von ihrem VIP-Podest zu holen, gelang es Bauer – förmlich aus dem nichts heraus – ein neues Marktsegment zu schaffen. „Von Anfang an gab es eine klare Idee. Mit dem innovativen Konzept von InTouch – fotogesteuerte Unterhaltung mit dem Blick hinter die PR-Maschinerie der Stars und einem Schwerpunkt auf US-amerikanische Promis – wollten wir den Peoplemarkt aufmischen ", erklärt Carsten Schüerhoff, Bauer People GmbH. „Und dies ist uns gelungen. Heute sind wir unangefochtener Marktführer im jungen Peoplesegment.“ Entwickelt wurde das Grundkonzept nicht in der Verlagszentrale in Hamburg, sondern von der US-Tochter.

Die engen Verbindungen in die USA und Hollywood gehören zu den großen Vorteilen der deutschen Redaktion, auch wenn der Chefredakteur sagt, dass man recht wenige Storys aus dem Mutter-Heft übernimmt. Eine Arbeitsweise, die auch durchaus ihre Tücken haben kann, wie das Beispiel David Beckham zeigt. Weil der Fußballer der Meinung ist, dass die Deutsche und die US-InTouch unwahr über eine vermeintliche Prostitutions-Affären berichtet hätten, verklagte der Fußballer gerade das Magazin – in Los Angeles und in Köln. Wie gut die Informationen der People-Redakteure und ihren Informantennetzen nun waren, wird nun von den Gerichten geklärt.

Affeld und Schüerhoff glauben nicht, dass man einfach nur stumpf das US-Material übernehmen kann. Alleine schon deshalb, weil die Redaktionsarbeit stark fotogetrieben ist. Nur wenn es Bilder gibt, gibt es auch eine Story. Viele Geschichten werden bei InTouch lediglich um eine Fotoserie herumgestrickt.

Eine Herangehensweise, die zu einem beachtlichen Auflagenerfolg führte. In den ersten Jahren stiegen die Verkäufe beständig. In den vergangen Monaten geriet das Heft jedoch auch erstmals unter Druck. Der Erfolg des Konzeptes und die attraktive Zielgruppe, das Durchschnittsalter der InTouch-Leserin liegt bei 28 Jahren, hatte Nachahmer herausgefordert. Am aggressivsten versuchte es gerade Burda mit seiner Billig-Version Chatter. Nach nur wenigen Ausgaben zog das Management allerdings die Notbremse und stellte das Heft wieder ein.

Wesentlich erfolgreicher war dagegen Klambt mit seiner Neuentwicklung Grazia. Vor dem Magazin der Hamburger Nachbarn hatten die Bauer-Manager einigen Respekt – zu Recht, wie die ersten IVW-Zahlen zeigen. Bei der harten Auflage aus Abo- und Kiosk-Verkäufen kommt Grazia auf 101.000 Stück (Gesamtverkauf 157.112). Bei InTouch liegt die harte Auflage bei 317.220 Exemplaren. Lediglich 7.000 Hefte gelten als Sonderverkäufe und werden an Lesezirkel verteilt – ein sehr niedriger Wert. Insgesamt verlor InToch trotz der aggressiven Konkurrenz lediglich 14,75 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wobei sich das Verlagsmanagement auch noch den Luxus erlaubte rund 15.000 Sonderverkäufe innerhalb eines Jahres abzubauen.

Die Zahlen belegen, dass sich InTouch trotz vieler neuer Konkurrenten ordentlich gehalten hat. Um das verlorene Auflagen-Terrain wieder gut zu machen, muss Affeld das Blatt jedoch mittelfristig wohl einen Tick älter machen und die einheimischen Themen stärken. Damit rückte die InTouch stärker in das Konkurrenz-Umfeld von Gala und anderer Platzhirschen. Das Zeug dazu hat das Heft, zudem ist jetzt schon zu beobachten, dass die deutschen Titel-Themen in den vergangen Monaten zugenommen haben.

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