iPad: Merkel hat eins, Wulff muss warten

Apple hat es mit seinen vermeintlichen Wundergeräten bis an die Spitze der Republik geschafft: Kanzlerin Angela Merkel greift nach MEEDIA-Informationen neuerdings mehrfach am Tag zum iPad - vor allem, um lässig mehrere hundert Seiten an Presseberichten zu durchforsten. Und auch Bundespräsident Christian Wulff soll so bald vom Bundespresseamt beliefert werden. Ausgerechnet der Beauftragte für Kultur und Medien, Bernd Neumann, informiert sich indes noch immer fleißig per Fax.

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Immer morgens um 7 Uhr stellt das Bundespresseamt die sogenannte Kanzlermappe bereit. 80 bis 100 Presseberichte aus Zeitungen und Magazinen sind das, die Titelseiten von Bild bis zur Süddeutschen inklusive, Schwerpunkt vor allem: das Wirken Angela Merkels. Noch einmal so viel an Berichten folgt gegen 11 Uhr mit Nachschub aus dem regionalen Blätterwald. Einst verteilte die zentrale PR- und Servicestelle der Bundesregierung dieses Material noch per Fax. Heute liegen sie als PDF vor. Und weil sich bisher vor allem das iPad mit seiner Navigation per Fingertippen und -wischen sowie seinem Format so ideal dafür eignet, ist auch die Kanzlerin einem gewissen iPad-Zauber verfallen.


Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger überreicht Bundeskanzlerin Angela Merkel ein iPad als Willkommensgeschenk
Wie MEEDIA aus Regierungskreisen weiter erfahren hat, steht selbiges bald auch bei Bundespräsident Christian Wulff an. Trotz Trennungsgebot von Regierung und Präsidialamt bestückt das Bundespresseamt nämlich schon seit Jahren auch ihn mit einer individuellen Presseauswahl – die bald eben auch auf dem iPad landen wird. Eine Kanzler-App ist für diese Projekte indes vorerst nicht geplant: Die Staatsoberen müssen noch im Intranet der Regierung auf einen PDF-Button klicken.
Kurios: Zwar sieht Merkel die Presseberichte nun gestochen scharf, da im Originallayout und häufig in Originalgröße. Das Logo der Bild und auch alle übrigen Seiten bleiben hingegen bis auf Weiteres schwarz-weiß. So will das Bundespressamt verhinder, dass die Downloadzeit die Kanzlerin nicht in die Verzweiflung und eine aufgeblähte Datei zudem nicht die Kosten für die mobile Internetnutzung in die Höhe treibt. Auswirkungen hat das iPad gleichwohl auch auf die Reiseplanung, denn: Wie ebenfalls zu hören ist, muss die Reisestelle der Regierung nun mehr denn je darauf achten, dass auf die Kanzlerin – wo möglich – ein wLan-Anschluss wartet.
Wert legt darauf zumindest eine Stelle der Regierung nicht: Das Büro des Staatsministers für Kultur und Medien. Statt die Datei digital zu lesen lässt sich – ausgerechnet – Bernd Neumann meist nach wie vor seine Presseauswahl per Fax schicken – nach Bremen, seinem Wohnort. In anderen Ecken der Regierung ist hingegen bereits der iPad-Wahn ausgebrochen: Auch viele Mitarbeiter Merkels haben ein entsprechendes Gerät geordert. So die Büroleiterin der Kanzlerin, Beate Baumann. Warum der iPad-Hype das Kanzleramt überhaupt erfasst hat? Bereits im April dieses Jahres hatte Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger der Kanzlerin eines der ersten Geräte überreicht.

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