Die Zeit wächst weiter, Bild verliert klar

Mit der besten Verkaufszahl eines dritten Quartals seit 1992 beweist Die Zeit erneut, dass Zeitungsauflagen im Jahr 2010 nicht automatisch rückläufig sein müssen. Immerhin 2.711 Käufer gewann das Wochenblatt gegenüber dem dritten Quartal 2009 hinzu - auf nun 493.991. Andere Wochenzeitungen wie die Bild am Sonntag und die Welt am Sonntag verloren hingegen. Auch bei den überregionalen Tageszeitungen gibt es fast nur Verlierer - besonders der Bild ging es dabei an den Kragen.

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Mit knapp 3,1 Mio. verkauften Bild-Exemplaren pro Tag bleibt Springers Boulevardblatt zwar mit gigantischem Vorsprung die Nummer 1 des deutschen Zeitungsmarktes, doch erstmals seit zwei Jahren verlor das Blatt mehr als 200.000 Käufer gegenüber dem Vorjahresquartal. Das entspricht einem prozentualem Minus von 6,1% – so deutlich ging es bei keiner anderen Zeitung nach unten. Zweitgrößter Verlierer war bei den Titeln, die bereits vorliegen, die taz – mit einem Minus von 4,1%.

Hinzugewinnen konnte bei den überregionalen Tageszeitungen lediglich das Handelsblatt. Allerdings – und diese Einschränkung gilt für alle in dieser Analyse erwähnten Verkaufszahlen – liegen noch keine Erkenntnisse über die einzelnen Auflagenbestandteile vor. Es ist also noch nicht bekannt, ob das Handelsblatt wegen wachsenden Einzelverkäufen und Abos gewonnen hat – oder nur wegen mehr verteilter sonstiger Verkäufe und Bordexemplare. Diese Detailzahlen liegen erst in der kommenden Woche vor – MEEDIA wird selbstverständlich berichten.

Auch bei den Wochen- und Sonntagszeitungen führt natürlich weiterhin der Springer-Boulevard. Die Bild am Sonntag verkaufte im dritten Quartal 1,7 Mio. Exemplare pro Ausgabe – ein Minus von 1,9%. Die Welt am Sonntag büßte gegenüber dem Vorjahr 0,5% ein und fällt damit weiter hinter Die Zeit zurück. Dort gab es wie eingangs angedeutet ein kleines Plus von 0,6% auf 493.991 Verkäufe. Noch ein wenig mehr zulegen konnte die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung: Mit dem Plus von 1,5% gegenüber dem dritten Quartal 2009 verringert sie den Abstand zur Welt am Sonntag erneut – auf weniger als 50.000 Verkäufe.

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