„Das Tagesprogramm ist zurzeit die Hölle“

So beobachtet der ZDF-Programmchef die Konkurrenz: Auf einer Diskussion der UFA berichtete er, sich jüngst "einen Abend lang RTL gegeben" zu haben. Bellut: "Wir haben ja alle einen Gendefekt in dieser Branche. Als die amerikanische Frau mit ihren Riesenbusen die Bierdosen zerdatscht hat, da wusste ich sofort: sieben Millionen!" Der Programm-Direktor des Zweiten räumte zudem ein, wie sehr ihm derzeit das eigene Geschäft zu schaffen macht.

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Umgeben von UFA-Chef Wolf Bauer und ProSiebenSat.1-Chef Andreas Bartl erklärte Bellut, er sei "zu Hause oft ziemlich allein", weil er stets beobachten müsse, was die anderen Sender tun. Sein Fazit: "Manchmal beneide ich Herrn Bartl, denn er must nur erfolgreich sein." Akut ringe er zudem mit dem eigenen Programmschema: "Ich verzweifle jeden Tag an bestimmten Zonen in unserem Programm", sagte Bellut. Und weiter: "Das Tagesprogramm ist zurzeit die Hölle. Da müssen wir uns neu sortieren und uns fragen: Was können wir als öffentlich-rechtlicher Sender eigentlich leisten und wo sollten wir uns nicht verzetteln?"
Ein Problem für Bellut sei, dass RTL am Nachmittag "Belanglosigkeiten aneinanderreiht" – und damit auch noch Zuschauer locke. Zuvor hatte ihm der langjährige Programmchef des Ersten, Günter Struve, auf derselben Veranstaltung indirekt massive Vorwürfe gemacht. Struve sagte, weit bevor Bellut die Veranstaltung besuchte: "Unsere Fernsehlandschaft wird auch von Sendern geprägt, die nicht begreifen, was ihre Zuschauer wollen." Dies führe unter anderem dazu, "dass sie in Mainz groteske Fehler machen". Struve weiter: "Wer Mathematik und Instinkt nicht in Übereinstimmung bringen kann, der kann beim Fernsehmachen versagen."

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