Serbien: WAZ verschenkt Dnevnik-Mehrheit an Belegschaft

Die WAZ hat ihre Anteile an der serbischen Zeitung Dnevnik an die Belegschaft verschenkt. Das berichtet das Handelsblatt. Die Essener Mediengruppe hielt 55 Prozent an dem Regionalblatt aus Novi Dad.

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Die WAZ verzichtet damit auf die Rückzahlung eines 1,8 Millionen-Darlehens. Peter Lange, Serbien-Beauftragter der WAZ, begründet jedoch gegenüber dem Handelsblatt: „Wir verschenken unsere Beteiligung, um etwas zu gewinnen.“ Mit der Schenkung soll "ein Rechtsstreit mit ungewissem Ausgang" mit dem Mitgesellschafter Dnevnik-Holding vermieden werden.
2003 hatten die Essener die Mehrheit an Dnevnik für 2,7 Millionen Euro erworben und weitere 1,5 Millionen Euro investiert. Zuletzt drohte allerdings die Pleite des serbischen Blattes. „Mit unserem Angebot kann der Verlag die Insolvenz verhindern, damit vermeiden wir den vollständigen Verlust unserer Darlehen und sichern die Arbeitsplätze der Beschäftigten“, wird Lange zitiert.
Ein Rückzug der WAZ-Gruppe aus Serbien ist bereits seit Juni beschlossene Sache. Konzernchef Bodo Hombach beklagte die Korruption und Vetternwirtschaft in dem südosteuropäischen Land. Im Streit mit den dortigen Behörden und einem ortsansässigen Oligarchen war der Versuch gescheitert, die Belgrader Zeitung Vecernje Novosti zu übernehmen.

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