AOL-Chef wettet auf den Journalismus

Der seit Frühjahr 2009 tätige AOL-Chef Tim Armstrong möchte das Interent "neu programmieren": In einem Interview mit dem Modemagazin "The Daily" sagte der frühere Google-Manager, Webseiten sähen seit 15 Jahren gleich aus, "gestaltet von Ingenieuren aus dem Silicon Valley, obendrein Männer." Daneben erläuterte er den Plan, hunderte Journalisten einzustellen: "Wir gehen eine Wette darauf ein, dass Journalismus im Internet an Bedeutung gewinnt, und nicht verliert."

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Armstrong ist für markige Ankündigungen bekannt, seit er zu AOL wechselte und den Umbau des einstigen Rundum-Service-Portals zu einem reinen Inhalte-Anbieter in Angriff nahm. Das Internet quasi neu zu erfinden, hat Armstrong zuvor aber nicht behauptet. Gegenüber den Fragestellern von "The Daily", das auf Modeschauen spezialisiert ist, ging er aber in die Vollen: man wolle sich "mit den besten kreativen Köpfen der Welt" zusammentun.  Als Beispiel nannte Armstrong die Jonas Brothers, eine US-Boy-Band.
Zur Lage des Journalismus hat Armstrong bedenkenswerte Ansichten: "Die verbreitete Meinung ist, dass Originalinhalte im Netz ein hoffnungsloser Fall sind, schließlich wird alles gleich von den Aggregatoren aufgesaugt." Er glaube dagegen, der Journalismus sein nur bequem geworden. "Jemand muss den Versuch wagen, in großem Stil auf exklusive, selbst recherchierte Inhalte zu setzen. Wir wissen nicht, wo wir damit landen, aber wir werden es versuchen."
AOL war Ende 2009 aus dem Medien-Konglomerat mit Time Warner herausgelöst worden und ging eigenständig an die Börse.

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