Hollywood Reporter beerdigt Tagesausgabe

Der Hollywood Reporter wird ab Oktober nicht mehr täglich erscheinen. Stattdessen soll die Fachzeitung der amerikanischen Filmindustrie in ein wöchentliches Hochglanzmagazin umgemodelt werden. Das berichtet die New York Times. Die Macher reagieren damit auf schlechte wirtschaftliche Entwicklung des Hollywood-Blattes, das in den vergangenen Jahren mit einem schwachen Anzeigengeschäft und einem Relevanzproblem, verursacht durch die Konkurrenz zu Filminsider-Blogs und Newsportalen, zu kämpfen hatte.

Anzeige

Laut dem New York Times-Bericht seien Spitzenredakteure und Verlagsmanager übereinstimmend zu dem Schluss gekommen, dass eine bloße Überarbeitung des Geschäftmodells nicht ausreiche, um den Hollywood Reporter wieder konkurrenzfähig zu machen – hingegen brauche es eine komplette Neugestaltung.
Schon ab nächstem Monat wollen Chefredakteurin Janice Min und Richard Beckman, CEO des Hollywood-Reporter Mutterverlages e5 Global Media, die Zeitung in ein großformatiges Hochglanz-Wochenmagazin verwandeln. Bisher erschien das Filmfachblatt fünfmal die Woche. Der Copypreis werde auf 5,99 Dollar steigen, bisher wurden 2,99 Dollar für die tägliche Ausgabe fällig.
Inhaltlich soll die neue Zeitschrift eine Mischung aus analytischen Reportagen und Fotostrecken bieten. Breaking News werden auf dem neugestalteten Webauftritt erscheinen. Abonnenten erhalten zudem einmal pro Tag einen PDF-Newsletter, der die gedruckte Tagesausgabe ersetzen soll.
Was der Umbau den Verlag kosten wird, wollte Beckman der New Yorker Zeitung nicht verraten. Er wird jedoch vermutlich nicht ganz billig werden. So soll die Redaktion um 50 Prozent, auf 70 Leute, erweitert werden. Auch das Gehalt der erst im Juni verpflichteten Chefredakteurin Min dürfte nicht allzu gering ausfallen. Bei ihrem früheren Arbeitgeber, der US Weekly, habe sie 2 Millionen Dollar jährlich verdient.
Wie New York Times berichtet, sei der Umsatz in den vergangenen vier Jahren von 50 Millionen auf 30 Millionen gefallen – vor allem bedingt durch das schlecht laufende Anzeigengeschäft mit der kriselnden Filmindustrie. Aber auch mit der aufstrebenden Internetkonkurrenz hat das Fachblatt zu kämpfen, welches mit seinen gedruckten Nachrichten immer mehr an Relevanz verlor. Laut New York Times sei die Website IndieWire.com mittlerweile die erste Anlaufstelle für spezielle Informationen rund um das Filmbusiness.
"Es ist unsere eigene Nachlässigkeit – die Art in der wir in den vergangenen Jahren unsere Inhalte präsentiert haben, hat es einigen wirklich armseligen Konkurrenten erlaubt, groß zu werden", erklärte Verleger Beckman im Gespräch mit der New York Times.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige