‚RTL aktuell‘: neues Studio für Peter Kloeppel

An diesem Samstag bricht für "RTL aktuell" ein neues Zeitalter an. Dann sendet Anchorman Peter Kloeppel aus dem neuen Sendezentrum der TV-Gruppe in Köln-Deutz. Ein Umzug mit Folgen, denn der Komplex birgt modernste Technik und sorgt für zusätzliche Synergien unter den Sendern. Das wiederum kommt vor allem einem zugute: Der Tochterfirma infoNetwork, die Ressourcen bündelt, um die Cashcow des Bertelsmann-Konzerns bei Laune zu halten.

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Ein noch etwas aufgeräumteres Design als bisher. Ein kleinerer, dafür aber auch schickerer blau leuchtender Tisch, um den sich Anchor und seine Sportdame fürs Publikum versammeln. Und keine lästigen Monitore mehr, die aus der Kulisse ragen. So mutet das neue Studio von "RTL aktuell" an, aus dem Peter Kloeppel an diesem Samstag um 18.45 Uhr erstmals auf Sendung gehen wird.

Kloeppel gehört damit zu knapp 2.000 Mitarbeitern, die dieser Tage das neue Sendezentrum der Gruppe belegen, einen Komplex mit einer angemieteten Fläche von rund 80.000 Quadratmetern an der Kölner Messe, ein ICE-Anschluss inklusive. Der wiederum stellte die Ingenieure bereits vor die Probe: Sie mussten die Studios auf Kugeln und Federn lagern, damit das Poltern der nahen Bahnen bloß nicht die Sendungen stört und bis zu den Zuschauern durchdringt.

All das aber, zu dem auch massive Mängel beim Bau zählten, ist nun gelöst. Bereits seit Juni produzieren erste Redaktionen von RTL, Vox und SuperRTL im neuen Sendezentrum, darunter Magazine wie "Extra", "Explosiv" und "Prominent!". Der Umzug der News wiederum ist freilich der große Meilenstein des Mammut-Projekts. Immerhin löst er die räumlichen Grenzen zwischen den Schwesterprorammen auf, die sich bisher über viele Standorte in der Stadt verteilten.

Kloeppel, der auch Chefredakteur seines Senders ist, sagt selbst, mit dem Sendezentrum seien "zum ersten Mal alle Unternehmensteile, die in der Mediengruppe RTL Deutschland Informationsprogramme produzieren, unter einem Dach". Damit würden "Abstimmungsprozesse zwischen den Sendern sehr viel schneller gehen", außerdem "News- und Magazinprogramme voneinander deutlich mehr profitieren, als das bisher der Fall ist".

Spätestens wenn im Oktober auch die Redakteure von n-tv im neuen Sendezentrum platznehmen, kann die vor gut zwei Jahren gestartete infoNetwork ihre Synergien weiter vorantreiben. Die Firma, die ihr Geschäftsführer Michael Wulf leitet, dient den Sendern der Gruppe als gemeinsames Servicecenter, über alle Informationsformate von RTL, RTL2, Vox, SuperRTL und n-tv hinweg. Das Unternehmen leiht den Redaktionen in den Sendern zudem Personal.

Wulfs Team, zu dem immerhin etwa 600 Mitarbeiter zählen, betreibt das Archiv, den Technik- und Fuhrpark aber auch einen Autorenpool und zentrale Redaktionen, etwa für Sport und das Wetter. Lediglich Moderatoren und die Chefs der Sendungen sitzen noch auf Verträgen der einzelnen Sender. Die Inhalte ihrer Formate bestellen sie überwiegend bei infoNetwork. Nur n-tv betreibt noch eine eigene Wirtschafts- und RTL eine Sportredaktion für Formel1 & Co. Beide arbeiten wiederum der infoNetwork zu.

Jetzt, im neuen Sendezentrum, trennt die Redaktionen von n-tv und "RTL aktuell" beispielsweise nur noch eine Treppe. Die Wege werden also kürzer und mit der komplett bandlosen Produktion im gesamten Komplex können die Redaktionen ihr Material noch schneller untereinander austauschen – so sie das denn wollen. Davon aber dürfte der Zuschauer natürlich nichts mitbekommen. Er wird bestenfalls nur bemerken, dass es fortan um Peter Kloeppel geringfügig anders aussieht, wenn er künftig aus seinem neuen, 410 Quadratmeter großen Studio sendet. Das übrigens dann auch in echter, "nativer" HD-Auflösung. Kloeppel wird damit fast ein Anchorman zum Anfassen.

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