„Spiegel und Zeit sind maßlos parteiisch“

Jörg Kachelmanns erster Auftritt vor Gericht fiel kurz aus: "Im graublauen Anzug mit silberfarbener Krawatte betrat Kachelmann den Gerichtssaal; so sorgfältig frisiert kannte man den sturmerprobten Wettermann gar nicht", beschreibt die Süddeutsche. Für die Bild berichtet Alice Schwarzer, weil sie findet, "dass in diesem Prozess, wo so meinungsbildende Blätter wie Spiegel und Zeit so maßlos parteiisch sind", muss es eine "auflagenstarke Stimme" geben, die sagt: "halt Moment mal, noch kennen wir nicht die Wahrheit."

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Spiegel Online:
"Ob tatsächlich all jene Damen als Zeuginnen auftreten werden, die das Gericht als ehemalige Geliebte Kachelmanns geladen hat, ist fraglich. Was können sie zum Tatvorwurf beitragen? Sie waren nicht dabei. Und ob der Angeklagte sich ihnen gegenüber nett oder weniger nett benommen hat – was sagt das über sein Verhalten in der Nacht vom 8. auf den 9. Februar aus?"
Alice Schwarzer in Bild (Seite 12; Bild.de):
"Gewiss jedoch ist schon jetzt, dass das Mann auf der Anklagebank die Frau auf der Nebenklägerinnenbank schwer gedemütigt und verletzt hat. Auch wenn so was nicht strafbar ist. (…) Jetzt sitzt die in den vergangenen Wochen von vielen als ‚Lügnerin‘ und ‚Rachsüchtige‘ Abgestempelte da. Mit erhobenem Haupt. Ihre ganze Ausstrahlung signalisiert: Ich habe nichts zu verbergen! Ich muss mich nicht schämen! Und: Ich bin entschlossen, meine Glaubwürdigkeit zu verteidigen!"

Im Video-Interview mit Bild.de:

"Ich finde, dass in diesem Prozess, wo so meinungsbildende Blätter wie Spiegel und Zeit so maßlos parteiisch sind, finde ich es wahnsinnig wichtig, dass es eine auflagenstarke und aktuelle Stimme gibt, die sagt: halt Moment mal, noch kennen wir nicht die Wahrheit."
Stern.de:
"C-Promis wie Indira, die Sängerin der untergegangenen Popgruppe Brosis, stellen sich in die Warteschlange und wollen etwas abhaben von der medialen Aufmerksamkeit. ‚Es ist die große Kachelmann-Show und jede Show braucht ihre Zuschauer‘, begründet die Sängerin, die mit dem Moderator einen Flirt via SMS gehabt haben will, ihre Anwesenheit. (…) Der sogenannte Prozess des Jahres ist zugleich der Prozess der Selbstdarsteller. Allen voran Jörg Kachelmann. Er ist ein Medienprofi, einer, der von der öffentlichen Aufmerksamkeit lebte und damit umgehen kann. (…) Kachelmann (…) weiß, dass es für ihn darauf ankommen wird, das Bild des harmlosen Frauenhelden abzugeben, der niemals zu einer Vergewaltigung fähig wäre. Deshalb kann man davon ausgehen, dass keine seiner Bewegungen im Gerichtssaal zufällig ist."
Welt Online über den Auftritt von Oliver Pocher:
"Das Verfahren wurde verunglimpft und zur Schmierenkomödie gemacht. Für eine billige Selbstinszenierung verhöhnte Pocher zwei Menschen, deren gesamter Lebensentwurf auf dem Spiel steht."
Süddeutsche.de:
"Im graublauen Anzug mit silberfarbener Krawatte betrat Kachelmann den Gerichtssaal; so sorgfältig frisiert kannte man den sturmerprobten Wettermann gar nicht. Den Reflex jedes Moderators, sofort ins Publikum zu lächeln, konnte er trotz der dicht gefüllten Sitzreihen unterdrücken."
Der Landbote:
"Wäre Birkenstock nur ein drittklassiger Anwalt, dann liesse sich der auf 67 Seiten begründete Befangenheitsantrag gegen zwei Mitglieder des Landgerichts Mannheim als das abtun, wobei es in diesem Prozess auch geht: um Show und einen Psychokrieg zwischen Staatsanwaltschaft und Verteidigung, der mit härtesten Bandagen ausgefochten wird."

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