Opel-Werbepromis: Von Steffi Graf bis Lena

Nach seiner Sanierung investiert der Automobilhersteller Opel in ein neues Gesicht: Die Grand-Prix-Gewinnerin Lena Meyer-Landrut wird als Testimonial für einen Werbespot eingestellt. Die 19-Jährige, die ihre praktische Führerscheinprüfung erst im zweiten Versuch bestand, soll darin selbst hinter dem Steuer sitzen. Opel will damit sein Image auffrischen und wieder an vergangene Erfolgszeiten anknüpfen. Damals warben noch Sportler wie Steffi Graf oder Franz Beckenbauer für das Unternehmen.

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1989 enthüllte die deutsche Tenniskönigin Steffi Graf auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) das Familiencoupé Calibra. "Der Kaiser" Franz Beckenbauer, Fußballer Mehmet Scholl und Schwimmstar Franziska van Almsick wurden für doppelseitige Anzeigen und 50-sekündige Spots verpflichtet. So lichtete Starfotograf Peter Lindbergh die Sportler an ungewohnten Plätzen wie dem Hamburger Hafen oder dem Pariser Stadtverkehr ab. Van Almsick tauchte in einem Opel Tigra in ein tiefes Wasserloch ein und umgeht so einen langen Verkehrsstau. Die langfristig angelegte Imagekampagne ließ sich Opel allein 1998 rund neun Millionen Mark kosten.
                                             Hier geht’s zum Video mit Franzi van Almsick
Dagegen dürfte der Deal mit Lena ein Schnäppchen sein. Seit ihrem Erfolg beim Grand-Prix ist es um die Sängerin eher ruhig geworden. Ihr neues Lied "Touch A New Day" ist weitaus weniger erfolgreich als "Satellite", wie viel Geld sie von den Plattenverkäufen bekommt, ist fraglich. Sowohl die ARD als auch Stefan Raabs Brainpool verdienen an den Umsätzen maßgeblich mit.
Die Zusammenarbeit von Opel und Lena kommt für beide Parteien zum richtigen Zeitpunkt. Die Musikerin baut sich neben ihrer schleppend verlaufenden Gesangskarriere ein zweites Standbein als Werbeikone auf. Und der Autohersteller kann sein eingestaubtes Image auffrischen. Dies sei sehr wichtig für das Geschäft, sagt Autoexperte August Joas von der Unternehmensberatung Oliver Wyman. "Das Grundproblem von Opel sind austauschbare Produkte und das schwache Markenimage", erklärt er gegenüber Ftd.de. Um wieder auf die Erfolgsspur zu kommen, müsse der Konzern wohl mehrere Milliarden Euro ausgeben.

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