Die beliebtesten Sommerloch-Ausreden

Dieses Sommerloch ist ein Phänomen. Manchmal beginnt es schon im Frühjahr und dauert bis zum Herbst. Es sorgt regelmäßig für allerlei heitere Tier-Geschichten, hysterische Aufreger wie Google Streetview und jedes dünne Promi-Süppchen wird hochgekocht. Und: Das Sommerloch muss immer wieder als Ausrede für ausgedehnten Büro-Schlendrian herhalten. MEEDIA präsentiert die gängigsten Sommerloch-Ausreden von Medien-Menschen, die man eigentlich nicht mehr hören kann.

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Es gibt ja keine Themen…

…weil es herrscht das Sommerloch. Die heiße Jahreszeit wird gerne als Ausrede dafür hergenommen, alle möglichen 08/15-Themen zu bringen, die in der Grabbelkiste ganz oben liegen und die man sonst niemals irgendwo unterbringen würde. Das sind die obligatorischen Sommerloch-Tiergeschichten, wie das Krokodil im Badesee oder das entlaufene Känguru, und extrem dünne Promi-Soße wie die Lothar-Matthäus-Liliana-Posse. Nur dem Sommerloch zu verdanken ist es wohl auch, dass ein Thema wie Google Streetview kurzzeitig zum national beherrschenden Aufreger hochgejazzt werden konnte.

Es sind halt alle noch in Urlaub…

…sorry, Chef ich erreiche keinen. Da steht der Manager auf einem Marktplatz, wahlweise in Südfrankreich oder der Toskana. Sogar Wikileaks-Mastermind Julian Assange urlaubte in Nordschweden. Der war für den arabischen Nachrichtensender Al Dschasira aber wenigstens erreichbar und gab, ganz Medienprofi, ein Telefoninterview. Politiker sind vorzugsweise in Italien oder an der Mecklenburgischen Seenplatte unterwegs und geben höchstens mal ein li-la-launiges ZDF-Sommerinterview. Wenn man bei einem Entscheidungsträger im Büro anruft, trifft man höchstens auf gut gelaunte Assistenten “auf dem Sprung” oder auf die Voicemail-Box.

Die halten sich mit Buchungen noch zurück…

…ein Klassiker aus der Anzeigenabteilung. Die großen Spender buchen nicht, weil gerade Sommerloch ist und “eh alle noch in Urlaub sind” (siehe oben). Nur komisch, dass das Sommerloch in manchen Medienstuben von Mitte Mai bis Mitte September zu dauern scheint. Und dann stehen ja auch schon wieder Herbst- und Weihnachtsferien vor der Tür. Und “zwischen den Jahren”, das wissen alle, da läuft sowieso schon mal gar nix.

Bei dieser Hitze kann keiner arbeiten…

…kaum ein Unternehmen ist mit Klimaanlagen fürs Fußvolk ausgestattet. Also heißt es: im plastikharten Bürostuhl schwitzen. Aber Migräne-Attacke wegen Sommerhitze, während vor der Tür ein Wolkenbruch runtermacht – das klingt wenig glaubwürdig.

Es guckt ja keiner zu…

…und darum zeigt man im Fernsehen im Sommerloch gerne Wiederholung auf Wiederholung. Die televisionäre Resteverwertung (“Sissi”, “Der Alte”, “Buddy haut den Lukas”) hat aber auch einen Vorteil. Bild und Co. haben so schon wieder ein Dauerbrenner-Sommerloch-Thema, falls gerade kein Kaiman einen Badesee unsicher macht: Wiederholungs-Irrsinn im TV – und das von unseren Gebühren!

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