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Halbjahresbilanz: RTL-Group glänzt wie nie

Der "Cashcow" des Bertelsmann-Konzerns, die RTL Group, geht es so gut wie niemals zuvor in der Geschichte ihres Unternehmens. RTL-Boss Gerhard Zeiler gab am Mittwoch für das erste Halbjahr 2010 ein Rekordergebnis bekannt, das vor allem einem Anziehen der TV-Werbung zu verdanken ist. Und auch in eigener Sache hatte Zeiler Neues zu berichten, denn mitten in den neuen fetten Jahren bleibt der Österreicher weitere fünf Jahre an der Spitze des größten europäischen Unterhaltungskonzerns.

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Freudenstimmung am Boulevard Pierre Frieden 45 in Luxemburg. Dort, in der Zentrale der RTL Group, dürften an diesem Tag die Korken knallen. "Ich freue mich, zugeben zu können, dass die Ökonomen falsch lagen", sagte Geschäftsführer Zeiler den per Telefonkonferenz zugeschalteten Journalisten. Er hatte gut Lachen: Mit einem Vorsteuergewinn (EBITA) von 537 Millionen Euro, einem Plus von 46,3 Prozent, legte sein Konzern das beste erste Halbjahr aller Zeiten hin. Das Ergebnis nach Steuern: stolze 308 Millionen Euro. Der Umsatz stieg zugleich um rund 7,5 Prozent auf 2,66 Milliarden Euro. Der Grund dafür? Bessere Werbebuchungen als erwartet und – wie stets in Zeilers Reich – ein Mehr an Effizienz.

Wie es wohl weiter geht, wollte Zeiler indes nicht andeuten. Er gab sich äußerst reserviert und sagte lediglich, das nun laufende dritte Quartal sehe bisher "gut" aus. Außerdem sei das Weihnachtsgeschäft wie immer nicht vorhersehbar. Wohl aber wusste Zeiler, wem er das Rekordergebnis zu verdanken hatte, nämlich neben einem herausragenden Wachstum bei den niederländischen RTL-Ablegern von 100 Prozent und den französischen RTL-Radiosendern von 87,5 Prozent, vor allem der deutschen RTL-Gruppe. Deren Vorsteuergewinn schnellte im ersten Halbjahr um 62,7 Prozent auf 257 Millionen Euro in die Höhe.

Die Geschäfte von RTL, VOX & Co. schleppten mit 47,9 Prozent fast die Hälfte aller Gewinne des Luxemburger Konzerns heran, unter anderem mit den Erlösen aus TV-Spots. Die legten um 11,4 Prozent zu, deutlich über dem Branchenschnitt, der in der Zielgruppe bei nicht einmal neun Prozent lag. Zeiler, der sich auch über die ausgebaute Marktführerschaft der deutschen RTL-Fernsehsender in der werberelevanten Zielgruppe erfreut zeigte, sagte zu den deutschen Aktivitäten: "Die Mediengruppe erzielte ihr bestes Halbjahr seit 2003."

Das wohl bisher düsterste Kapitel der RTL-Gruppe in diesem Jahr war der Verkauf des britischen Senders Five – allerdings erst im Juli dieses Jahres. Neuer Eigentümer ist der Verleger Richard Desmond, dem Zeiler bloß "viel Glück" wünschte. Auf die Frage eines britischen Journalisten, warum er mit dem Sender keinen Erfolg hatte, sagte Zeiler: "Für unsere TV-Engagements gilt, dass wir die Nummer eins oder zumindest die starke Nummer zwei sein wollen." Das sei in Großbritannien nicht erreichbar gewesen. Five hinterließ vielmehr üppige Abschreibungen in der Bilanz.

Zeiler selbst gab auf die Frage, wie es um ihn bestellt sei, bekannt, in den vergangenen Wochen seinen Vertrag als Geschäftsführer der RTL Group verlängert zu haben. Der 55-jährige Österreicher, der zuletzt als neuer Chef des angeschlagenen öffentlich-rechtlichen ORF im Gespräch war, will demnach dem Bertelsmann-Ableger noch mindestens bis Ende 2015 die Treue halten. Zum Konzern gehören mehr als 40 Fernseh- und 30 Radiosender in ganz Europa, zudem mehrere Produktionseinheiten. Alle Zahlen und auch die Mitschnitte der Halbjahres-Veröffentlichungen stehen hier.

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