Honorarstreit: Paparazzi legten People lahm

Im New Yorker Verlagsgebäude von Time Inc. finden derzeit schwierige Verhandlungen statt: Es geht um Fotohonorare für mobile Applikationen. Wichtige Agenturen haben sich verbündet und die Freischaltung einer iPad-App des Promi-Magazins People verzögert. Offenbar hat Time Inc. dafür überhaupt keine Extra-Vergütung angeboten, mit dem Argument, es handele sich nur um eine andere Form der Print-Ausgabe. In der Nacht zum Freitag wurde die App gelauncht - ohne Einigung.

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Ein ungenannter Redakteur eines Konkurrenz-Blatts versteht die in diesem Fall betroffene Paparrazi-Zunft: „Apps sind die Zukunft. Wenn die Fotografen jetzt nicht standhaft bleiben, sind sie auf Dauer die Angeschmierten.“ Der Konzern beschloss kurzfristig, die App trotzdem zu starten: Die bestehenden Verträge würden dies abdecken.
People mit seiner Print-Auflage von 3,5 Millionen ist das denkbar geeignetste Objekt für die Auseinandersetzung: Einerseits höchst erfolgreich, andererseits abhängig von Fotos, besonders solchen der exklusiven Art. Natürlich haben die zwölf verbündeten Spezial-Agenturen deshalb eine bessere Verhandlungsposition als freie Fotografen sonst, womöglich kämpfen sie aber deren zukünftigen Kampf mit.
Denn Fotografen (und Autoren) in aller Welt fragen sich längst, ob sich beim ersten digitalen Wandel vor zehn bis 15 Jahren zu passiv oder blauäugig waren, als sie sich zum Beispiel auf pauschale Abgeltungen für Internet-Rechte einließen. Brandy Navarre von der Agentur X17 hält die neue technologische Schwelle aber für bedeutender: „Die Fotografen haben eingesehen, dass zum Beispiel People.com durch ihre Bilder nicht viel mehr umgesetzt hat. Bei Bezahl-Apps mit zusätzlicher Werbung sieht das ganz anders aus.“

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