Trend: US-Kaffeeketten gehen offline

Der Trend zum bewussten Offline-sein hat nun auch die populären Kaffee-Ketten erreicht - zumindest in den USA. Der Economist, New York Times und Los Angeles Times berichten über Coffeeshops in den USA, die ihre kostenlosen Wifi-Angebote gestrichen haben und teilweise sogar Computer ganz verbieten und den Zugang zu Steckdosen verweigern. Grund für die rigiden Maßnahmen: Die Laptop-Nomaden vergraulen zunehmend die sonstige Kundschaft und stören die gemütliche Kaffeehaus-Atmosphäre.

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Der Trend zum bewussten Offline-sein hat nun auch die populären Kaffee-Ketten erreicht – zumindest in den USA. Der Economist, New York Times und Los Angeles Times berichten über Coffeeshops in den USA, die ihre kostenlosen Wifi-Angebote gestrichen haben und teilweise sogar Computer ganz verbieten und den Zugang zu Steckdosen verweigern. Grund für die rigiden Maßnahmen: Die Laptop-Nomaden vergraulen zunehmend die sonstige Kundschaft und stören die gemütliche Kaffeehaus-Atmosphäre.

Es galt lange Zeit als oberschick in Cafés wie dem Berliner St. Oberholz mit Laptop und Latte an seinen Projekten zu tüfteln. Der Berliner Blogger Sascha Lobo charakterisierte diesen Typus des digitalen Bohemien in dem Buch “Wir nennen es Arbeit”. Das ist nun aber auch schon fast vier Jahre her und mittlerweile gibt es einen neuen Trend: Kaffee Offline.

Der Economist beschreibt in einem Blog-Beitrag das typische Problem von Café-Betreibern mit den Digital-Nomaden: Sie kaufen einen Kaffee, hocken dann stundenlang an einem Tisch, nutzen das kostenlose Wifi und breiten sich am besten noch mit Projekt-Papieren aus. Nicht gerade förderlich fürs Geschäft und fürs Ambiente, wenn statt gemütlicher Kaffeehausatmosphäre der Eindruck entsteht, man befinde sich in einem ausgelagerten Großraum-Büro.

Der prominente US-Techblogger Om Malik war so etwas wie der Poster-Boy der Coffee-Computer-Aficionados. In seinem Blog GigaOM beschrieb er, wie er sein Unternehmen monatelang aus einer Starbucks-Filiale heraus führte, dort sogar Besprechungen mit Kunden abhielt. Malik hält das offenbar immer noch für nachahmenswert und veröffentlichte jüngst einen kleinen Leitfaden für Unternehmer, die ihr Startup bei Starbucks führen wollen. Starbucks bekam so zeitweise in den USA den Beinamen Startbucks.

Tempi passati. Ein Autor der New York Times beschrieb jetzt, wie ihm in einem New Yorker Coffee-Shop sogar der Betrieb eines Kindle verboten wurde, weil der E-Book-Reader von Amazon ja auch irgendwie wie ein Computer aussehe. Die LA Times berichtet über den Trend zu No-Wifi-Cafés in San Francisco. Selbst in der Digital-Metropole Nummer eins der USA trinkt man seinen Kaffee nun offenbar lieber wieder offline.

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